Zeitung Heute : Reichlich Fummelarbeit

Schlechter DVB-T-Empfang: Sendersuchlauf allein reicht nicht

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Nicht alle Leser haben so viel Verständnis für die Probleme bei der Umstellung des Antennenfernsehens auf DVBT wie jener Diplom-Ingenieur, der uns per E-Mail zu den Kinderkrankheiten des neuen Digitalfernsehens schrieb: „Es hätte mich sehr verwundert, wenn auf Anhieb alles ohne Probleme verlaufen wäre“. Bei anderen E-Mail-Schreibern war hingegen von Ärger und Empörung die Rede oder davon, dass man den Kauf der Set-Top-Box „schon in mancherlei Hinsicht bereut“ habe.

Einige der Ursachen, die in den ersten Tagen nach der Umstellung am Freitag zu Störungen führten, wurden jedoch inzwischen beseitigt. Wenn die Zuschauer dennoch weiterhin über schlechten Empfang klagen, beispielsweise bei den drei ZDF-Programmen, liegt das häufig an falsch eingestellten Decodern, sagte Uwe Haaß, der DVB-T-Koordinator der Gesellschaft zur Förderung der Rundfunkversorgung (Garv). Ein einfacher Sendersuchlauf hilft in diesen Fällen nicht weiter. Vielmehr müssten die Geräte zuvor auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden. „Bei den meisten Geräten wird diese Funktion in der Menüführung angeboten, bei einigen Boxen ist das allerdings eine echte Fummelarbeit“, so Haaß weiter. Im Internet wird unter www.ueberallfernsehen.de für die verschiedenen Gerätetypen erklärt, wie die Boxen zurückgestellt werden. Viele Händler bieten ihren Kunden jedoch auch an, die Geräte im Geschäft zurückzusetzen, weiß der Garv-Mann.

Bei Zimmerantennen spielt zudem der Aufstellungsort eine große Rolle. Uwe Haaß empfiehlt, verschiedene Standorte auszuprobieren. Einige Set-Top-Boxen zeigen an, wie sich dadurch die Signalstärke verändert. Mitunter ist es allerdings nötig, die Antenne draußen anzubringen. Spezielle Fensterdurchführungen erleichtern die Montage.

Andere Probleme wie verzerrte Bilder oder Balken auf dem Bildschirm können hingegen nicht selbst behoben werden. Hier können die Zuschauer nur darauf warten, dass die Übertragungstechniker die Störungen beheben. Das gilt nach Angaben von Haaß auch bei den Set-Top-Boxen, die den Zweikanalton nicht getrennt abschalten können. sag

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