Zeitung Heute : Reihe "Wilde Herzen" wird fortgesetzt

Emmanuel van Stein

Natascha fällt die delikate Entscheidung nicht leicht. Einerseits hat sie sich bis über beide Ohren in David verknallt, der als Hehler in Amsterdam eine alte Heiligenfigur für 300 000 Mark an einen dubiosen Sammler verkaufen will, um seinen Vater von den gröbsten Sorgen zu befreien. Der sitzt nämlich wegen Steuerhinterziehung im Knast. Andererseits braucht Natascha dringend 80 000 Mark, damit sie ihrer Mutter aus der Patsche helfen kann. Die hockt ebenfalls hinter Gittern, weil sie ihre Firma um genau diese stolze Summe erleichtert hat. Im Besucherzimmer des Gefängnisses begegnen sich die beiden jungen Leute zum ersten Mal: das pfiffige Mädchen aus dem schäbigen Hochhaus und der schüchterne Junge aus dem vornehmen Villenviertel. Hanno Brühl, der schon häufiger mit ambitionierten Spielfilmen auf sich aufmerksam machte, drehte diese Liebesgeschichte nach einem Buch von Franz Liersch für die elfte Staffel der ARD-Reihe "Wilde Herzen": "Hin und weg" (heue, 20 Uhr 15).

Eindringlich, sensibel und spannend schildert Brühl das Aufeinanderprallen der unterschiedlichen Lebenswelten seiner Protagonisten. Herzerfrischend und beachtlich abgeklärt füllen die beiden Hauptdarsteller ihre schillernden Rollen aus: die 20-jährige Katharina Schüttler, die 1991 in dem Kinderfilm "Die Lok" debütierte und danach gelegentlich in Serien oder TV-Filmen überzeugte. Und der 21-jährige Sohn des Regisseurs, Daniel Brühl, der mit Katharina Schüttler zusammen 1994 in "Svens Geheimnis" zu sehen war.

"Eine besondere Premiere war natürlich die Zusammenarbeit mit meinem Sohn", erzählt Hanno Brühl und lobt den eigenen Filius: "Er ist sehr professionell an die Rolle herangegangen.". Der akribisch arbeitende Brühl führte während der Drehbuchentwicklung zusammen mit dem Buchautor "intensive Gespräche mit Jugendlichen, um das Milieu, in dem die beiden Hauptfiguren leben, möglichst authentisch einzufangen". Das ist gelungen, so dass auch der Zuschauer hin und weg ist.

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