Zeitung Heute : Reinickendorf zeigt Parksündern die „grüne Karte“

Der Tagesspiegel

Reinickendorf. „Die Menschen brauchen die Kübel, sonst bekommen wir den Müll nicht weg“, sagte Bürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU). Während man in Spandau aus Kostengründen die Abfallbehälter in den Grü nanlagen abmontiert, setzt Reinickendorf weiter auf die Entsorgung. Gestern wurden am Schäfersee neue Parkregeln präsentiert. „Abfall in die Kübel“ – so lautet hier das erste der sieben Gebote.

Gelb auf Grün ermahnen Schilder und Handzettel zur Einhaltung der Spielregeln. Dafür sollen auch regelmäßige Streifen von Parkaufsehern, die über eine ABM-Maßnahme finanziert werden, und Mitarbeitern des Grünflächenamtes sorgen. An bestimmten Tagen werden Polizeibeamte das Projektteam begleiten.

Vermüllung, unangenehmes Publikum und Lärm waren die Kritikpunkte einer Senatsumfrage zur Qualität der öffentlichen Grünanlagen. Nach dem Vorbild eines Projektes am Seeufer in Zürich wurde jetzt vom Bezirksamt im Park am Schäfersee eine konzertierte Aktion gestartet.

Wer gegen die Spielregeln verstößt, erhält die „grüne Karte“ mit den Parkregeln. WC benutzen, kein Grillen, kein Alkohol, Hunde an die Leine und keinen Hundekot liegen lassen, sind die weiteren Forderungen. Das siebte Gebot lautet dann: „Erlaubt ist, was nicht stört“. Mit den Regeln will der Bezirk die Bürger informierend begleiten und ihnen verdeutlichen, dass sie mit Zuwiderhandlungen ihren eigenen Lebensraum einschränken, erläuterte gestern Baustadtrat Michael Wegner (CDU). Das Einhalten der Regeln, Toleranz und Rücksichtnahme sollen durch verstärkte Präsenz der Verantwortlichen unterstützt werden und die Nutzungsqualität der Anlage erhöhen, Verschmutzungen und Vandalismus deutlich reduzieren.

„Wir gehen einen anderen Weg“, kommentiert Wegner die Spandauer Aktion. Dort setzt man auf die Einsicht der Bürger, ihre Abfälle wieder mit nach Hause zu nehmen, wenn es keine Sammelbehälter mehr gibt. Wie gestern berichtet, werden in Spandau die ersten 250 Abfallbehälter abgebaut, bis zu 400 000 Euro im Jahr will man so einsparen. In Reinickendorf sieht man die Erfolgsaussichten dieses Konzeptes eher skeptisch. „Den Müll bekommt man nicht weg, indem man keine Entsorgungsmöglichkeiten mehr bietet“, meint der Stadtrat. Allein 55 Abfallkörbe gibt es im Park am Schäfersee. Sie werden zweimal wöchentlich und zusätzlich bei Bedarf geleert. Zwei Mitarbeiter des Grünflächenamtes sind mit dieser Aufgabe in allen Parkanlagen des Bezirkes betraut.

„Wir setzen ein Konzept fort, das wir in den Freizeitparks Lübars und an der Malche erfolgreich durch den Einsatz von Streifen begonnen haben“, sagt Stadtrat Michael Wegner. Künftig soll das Projekt auf andere stark frequentierte Grünanlagen wie beispielsweise die Greenwichpromenade ausgedehnt werden. Rainer W. During

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