Zeitung Heute : Reinkarnation und Schnodderton

REIMZEIT Tim Fischer huldigt der Knef mit seinem Konzertabend „Happy Birthday Hilde!“

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Als 1967 mit „Halt mich fest“ die erste komplett selbst getextete LP von Hildegard Knef herauskam, war das eine Sternstunde des deutschsprachigen Chansons. Bis zu ihrem Tod im Jahre 2002 veröffentlichte die vielseitige Künstlerin jede Menge weiterer Liedtexte und vertonter Gedichte, die nun dank Tim Fischer wieder ins Gedächtnis gerufen werden. In einem „Geburtstags- Special“ – am 28. Dezember wäre die Knef 85 geworden – singt unser liebster Diven- Interpret viele der melancholischen oder witzig-ironischen Lieder im typisch Knef’schen Schnodderstil, mit betonten Konsonanten und fetten schwarzen Wimpern. Gleichwohl imitiert, gar parodiert er nicht, macht sich vielmehr die songpoetischen Perlen so zu eigen, wie er das zuletzt auch mit Georg Kreislers schwarzhumorigen Gesängen tat. Die oft jazznahen Musiken, unter anderem von Charly Niessen, Gert Wilden, Günter Noris und vor allem Hans Hammerschmid, sind bei Fischers Band in der interessanten Besetzung Klavier (Rüdiger Mühleisen), Gitarre (Ralf Templin) und Cello (Sebastian Selke) bestens aufgehoben. Sie bauen das unaufdringliche, aber intensive Klanggerüst für eine Lyrik, die, laut Fischer, „der von Christian Morgenstern in nichts nachsteht“.

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