Zeitung Heute : REISE IM KREIS

Die Idee für Almuth Baumfalks Bildzykus „Die Reise nach Jerusalem III“ geht auf das gleichnamige Kinderspiel zurück. Wie die Spieler um die immer weniger werdenden Stühle rotieren, so kreist der Blick des Betrachters auf dem Tondo. Bewegung ist im Spiel. Weiße und hellgraue Linien entwickeln einen Sog, der den Blick spiralförmig in das Zentrum des Zirkels zieht. Verfremdet wirken die Objekte, die als Fotos auf die helle Acrylfläche collagiert wurden. Elf Hände greifen von außen nach den bunten Schüsseln, die sie nicht erreichen können, weitergeben oder abwaschen. Die Wahl des ungewöhnlichen Formats verzichtet auf ein Oben oder Unten. Dadurch passt sich die Hängung des Werkes den wechselnden Räumen an. Das Runde löst die Hierarchien auf. Baumfalk geht es um Transformation, Transparenz wie Interaktion. So lässt sich ihr Werk als Analogie zur idealen Unternehmenskultur verstehen. Auch dort sollte die Maxime lauten: gemeinsam kommunizieren, interagieren und konstruieren. Jede Hand ist mit ihrer Tätigkeit beschäftigt, aber um zu einem gemeinschaftlichen Ergebnis zu kommen, müssen die Prozesse harmonisch ineinandergreifen. Zum Arbeitsfluss gehört auch der Kaffee. Denn wann könnten Informationen mit Kollegen besser ausgetauscht werden? So viel Zeit sollte in jedem Unternehmen sein.

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