Zeitung Heute : Reise nach Jerusalem

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Was wird diese Woche wichtig?

Nie zuvor gingen so viele deutsche Bischöfe gemeinsam auf Reisen, nie zuvor tagte der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz im Ausland. Die Pilgerreise der 27 katholischen Ortsbischöfe ins Heilige Land vom heutigen Montag bis zum 4. März hat Neuigkeitswert: Sie besuchen Kirchen und Klöster in Bethlehem, Nazareth, Jerusalem, Ramallah und an heiligen Stätten am See Genezareth. Der Aufenthalt der Bischöfe in der Region hat aber auch eine politische Dimension. So wollen die Bischöfe „ein deutliches Zeichen der Solidarität mit den Christen im Heiligen Land setzen“. Die Christen machen etwa zwei Prozent der Bevölkerung in Israel und den Palästinensergebieten aus und bestehen überwiegend aus Palästinensern. Seit mehr als zehn Jahren verhandeln der Vatikan und Israel über ein Grundsatzabkommen, um die Gleichstellung der Christen im Heiligen Land zu gewährleisten. Papst Benedikt XVI. hatte vor kurzem erklärt, die Präsenz der Christen wirke vermittelnd und sei unentbehrlich für den Frieden. „Ihr Zeugnis wird eine Hilfe und Stütze im Hinblick auf eine Zukunft in Frieden und Brüderlichkeit sein.“ Bei Gesprächen mit palästinensischen und israelischen Politikern wollen sich die deutschen Bischöfe für ein friedliches Miteinander und eine Zwei-Staaten-Lösung einsetzen. Auf dem Programm steht die Begegnung mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas sowie ein Treffen mit dem stellvertretenden israelischen Ministerpräsidenten Schimon Peres. Der israelische Botschafter in Deutschland, Schimon Stein, ist überzeugt, dass die Visite in der Öffentlichkeit seines Landes Aufmerksamkeit erregen werde. „So ein Besuch kommt bei uns auch nicht jeden Tag vor, eine so große Gruppe auf so hohem Niveau“, sagte er. Vertreter jüdischer Organisationen sehen die Reise der Bischöfe in einer Reihe mit dem Besuch von Papst Johannes Paul II. in Israel im Jahr 2000. Kurz zuvor hatte Johannes Paul II. ein Schuldbekenntnis der Katholischen Kirche im Verhältnis zu Israel abgegeben und durch seinen Besuch in der Gedenkstätte Yad Vaschem bekräftigt. Auch die deutschen Bischöfe wollen Yad Vaschem besuchen. clk

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