Zeitung Heute : Reise-Tipps

Umbuchung. Wer per Telefon eine Reise bucht, sollte sich zuvor genau den Veranstalterkatalog anschauen - auch, wenn er den Reiseveranstalter lange kennt. Beschwerden etwa über lautstarke Veranstaltungen am Urlaubsort haben später keinen Erfolg, wenn im Katalog auf die Beeinträchtigung hingewiesen worden ist. Das Argument, man sei bei der telefonischen Buchung nicht auf den Lärm aufmerksam gemacht worden, zählt nicht. Über ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts Bad Homburg, Aktenzeichen: 2 C 478/00 (20)Ü, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Frankfurt in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell".

Im verhandelten Fall ging es um zwei Touristen, die Urlaub in einer Clubanlage in Tunesien gebucht hatten. Einige Zeit nach der Buchung riefen sie beim Veranstalter an, mit dem sie schon seit elf Jahren mehrfach gereist waren, und teilten mit, sie wollten lieber in einer anderen Anlage untergebracht werden. In diesem Club fand während des Aufenthalts des Paares allerdings ein Aerobicfestival statt, auf das der Veranstalter in seinem Katalog auch ausdrücklich hinwies. Das Ehepaar versuchte nach der Rückkehr dann, eine Reisepreisminderung wegen Lärmbelästigung zu erhalten.

Das Gericht wies den Anspruch der Urlauber jedoch ab: Auf Grund der Tatsache, dass die Kläger schon oft mit dem Veranstalter gereist waren, seien ihnen die Buchungsmodalitäten hinlänglich bekannt: Das Paar habe die Wahl gehabt, erst den Katalog zu prüfen oder aber die Reise sofort telefonisch zu buchen. Und bei Aerobicfestivals müsse mit Musik in Diskolautstärke von 80 bis 100 Phon gerechnet werden.

Krankenversicherung. Verunglückt ein Urlauber in der Antarktis und attestiert ein Arzt, dass er nach der Erstbehandlung nach Hause transportiert werden solle, weil er im Aufenthaltsland nicht ausreichend medizinisch versorgt werden könne, so muss die Auslandskrankenversicherung den Sonderflug bezahlen (hier: 32 000 Mark) und kann nicht verlangen, er hätte sich "unterwegs" in einem anderen Land (hier bei einer Zwischenlandung in Chile) auskurieren können. (Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Aktenzeichen: 7 U 186/99) W. B.

Frische Wäsche. Fehlt einem Ehepaar auf einer Pauschalreise durch Südafrika vier Tage lang der Koffer, in dem sich seine komplette Wäsche befand, und gab es auch keine Möglichkeit, sich Ersatz zu besorgen, so hat der Reiseveranstalter 25 Prozent des Reisepreises pro "Fehltag" zurück zu zahlen. Für die Tage vor- und nachher gibt es nichts zurück. (Amtsgericht Frankfurt am Main, Aktenzeichen: 32 C 3141/99-84) W. B.

Bedenkzeit. Teilt ein Reiseveranstalter einem Kunden vier Tage vor Beginn der Reise mit, dass das gebuchte Hotel nicht zur Verfügung steht und nimmt der Reisende das Ersatzangebot wegen der unzumutbar kurzen Zeit für die Suche nach anderen Möglichkeiten an, so kann er den Reisepreis mindern (hier: um 15 Prozent) - insbesondere, wenn das andere Hotel eine Kategorie unkomfortabler ist. 21 Tage vor Reisebeginn hätte das neue Angebot vorliegen müssen. (Landgericht Kleve, Aktenzeichen: 6 S 520/00) W. B.

Werbung. In einer Werbung für Flugreisen darf der Flugpreis nicht separat neben Flughafen- und Sicherheitsgebühren sowie neben Steuern ausgewiesen werden, weil diese "zwangsläufigen" Kosten im Endpreis enthalten sein müssen. (Kammergericht Berlin, Aktenzeichen: 5 U 10467/99) W. B.

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