Zeitung Heute : Reisekasse: Münzen lieber ausgeben - Ausländische Banknoten ohne Verlust rücktauschen

Die Koffer sind zwar erst in einigen Bundesländern gepackt, doch die Urlaubsvorbereitungen laufen auch bei denen bereits auf Hochtouren, die noch einige Tage oder gar Wochen Arbeit oder Schule vor sich haben. Bereit machen sich allerdings auch die sonst eher unbeachtet vor sich hinwirtschaftenden Landeszentralbanken (LZB). Sie erwarten Tausende Deutsche, die nach den Ferien unverbrauchte Peseten, Lira und Franc in Mark umtauschen wollen. Wer im nächsten Jahr nicht wieder nach Spanien, Italien und Frankreich fährt, sollte sich diesmal genau überlegen, was er mit der Urlaubswährung macht. Seit dem Euro-Start kann er Geldscheine kostenlos zurücktauschen - einen Umweg zur LZB vorausgesetzt.

Beim Bargeldumtausch soll den Verbrauchern ein großer Vorteil der Einheitsdevise für Deutsche, Franzosen, Italiener, Spanier und Bewohner bislang sieben weiterer Staaten gezeigt werden: Mark und Franc und Lira und Peseten sind eins, ihre Umrechnungskurs liegen für immer fest. Reisen und Einkäufe im Ausland werden erleichert, und wer "fremde" Banknoten mit nach Hause bringt, verliert keinen Pfennig, wenn er eine LZB ansteuert. Für einen 1000-Franc-Schein etwa gibt es dort den exakten Gegenwert von 298,16 Mark, für 10 000 Lire 10,10 Mark und für 1000 Peseten 11,75 Mark.

So willkommen Scheine aus den bislang zehn anderen Staaten der Währungsunion sind - ebensowenig wie Geld etwa aus Großbritannien, den USA oder Schweden nehmen die deutschen Währungshüter Münzen aus der Euro-Zone zurück. "Das wäre ein wahnsinniger logistischer Aufwand, der dem Steuerzahler keine Freude machen würde", betont LZB-Sprecher Christoph Kreienbaum.

Die Menschen in den anderen Euro-Staaten können ebenfalls kostenfrei die Partnerwährungen in heimisches Geld tauschen, erinnert das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) in Kiel. Damit können auch Reisende aus Deutschland in beiden Richtungen Wechselgebühren sparen; längst nicht immer ist das Zweigstellennetz indes dicht wie in Frankreich oder Deutschland. Aber bei der Central Bank of Ireland in Dublin gibt es ebenso gebührenfrei nationale Währung wie bei Spaniens Notenbank in Palma de Mallorca oder Las Palmas auf Gran Canaria. Selbst wer das Azoren-Hoch in Ponta Deldaga sucht oder nach Funchal auf Madeira reist, kommt in den dortigen Zweigstellen der Banco de Portugal ohne Wechselkosten an portugiesische Escudos.

Adressen und Öffnungszeiten sämtlicher Stellen für kostenlosen Umtausch von Bargeld in der Euro-Zone dokumentiert das EVZ im Internet unter www.evz.de/publikation/geldtausch/0-devisentausch.htm

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