Zeitung Heute : Reisen, arbeiten und in der Sonne liegen

Viele junge Menschen wollen im Ausland jobben. Doch Visaregularien machen das nicht immer einfach.

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Verreisen, arbeiten und in der Sonne liegen - für viele junge Menschen ist das die ideale Kombination. Möglich wird das bei einem „Work & Travel“-Aufenthalt im Ausland. Die Visa-Vergabepraxis ist allerdings sehr unterschiedlich.

Für Australien und Neuseeland zum Beispiel sind „Work & Travel“-Visa einfacher zu bekommen als für Kanada und die USA, erklärt Christina Wink vom Reiseveranstalter STA Travel. So ist die Zahl der Visa zum Beispiel in Kanada begrenzt. Neuseeland und Australien geben dagegen eine unbegrenzte Zahl von Visa an 18- bis 30-Jährige aus.

So gibt es in den USA nur die Möglichkeit, während des Sommers zu jobben. Studenten können nach Angaben der US-Botschaft ein Visum für einen Sommer „Work & Travel“-Aufenthalt in den USA beantragen. Interessierte müssen sich dafür an eine offiziell anerkannte Austauschorganisation wenden. Die Geltungsdauer des Visums hängt von der Dauer des Arbeitsverhältnisses ab. Es ist nur in den amerikanischen Sommerferien gültig, also maximal vier Monate.

In Kanada werden jungen Menschen im Alter von 18 bis 35 Jahren unter dem Titel „Work & Tavel“ Aufenthalte bis zu einem Jahr ermöglicht. Allerdings ist die Zahl der ausgestellten Visa begrenzt.

„Es gibt drei Kategorien“, erklärt Thilo Lenz von der kanadischen Botschaft in Berlin. So haben Studenten die Möglichkeit mit dem Visum ein Praktikum zu machen, junge Berufstätige können ein Visum als „Young Workers“ beantragen. Bei diesen beiden Kategorien ist allerdings die feste Zusage eines Arbeitgebers notwendig.

Mit einem Visum der offenen Kategorie können die jungen Menschen einfach nach Kanada fliegen und sich dort einen Job suchen. „Diese Quote ist allerdings für 2007 schon ausgeschöpft“, sagt Lenz. Anträge für die offene Kategorie könnten wieder ab dem 1. Dezember 2007 für das Jahr 2008 gestellt werden. Bei den anderen beiden Kategorien gebe es noch freie Plätze. In allen drei Kategorien stehen etwa 2500 Plätze pro Jahr zur Auswahl. Sowohl für Australien als auch für Neuseeland können junge Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren ein Visum für einen zwölfmonatigen „Arbeitsurlaub“ beantragen.

„Für Neuseeland wurde die Restriktion der Zahl der Visa aufgehoben“, erklärt Peter Brendle, Leiter der Visa-Abteilung der neuseeländischen Botschaft in Berlin. Das sei wegen des Arbeitskräftemangels in Neuseeland gelockert worden. Auch die Bedingung, dass nur drei Monate an einem Ort gearbeitet werden dürfe, sei nicht mehr aktuell. „Sie dürfen nun zwölf Monate an einem Ort beim gleichen Arbeitgeber arbeiten.“ Verlängert werden könne das Visum nicht. Wer länger in Neuseeland bleiben will, können aber problemlos vor Ort eine „Work Permit“ beantragen.

Ähnlich problemlos läuft die Vergabe von Working-Holiday-Visa für Australien. Das Visum nutzen etwa 10 000 Deutsche pro Jahr, erklärt Günter Schlothauer, Pressesprecher der australischen Botschaft in Berlin. Junge Menschen mit Working-Holiday-Visum dürfen sechs Monate lang an einem Ort arbeiten. Es kann auf zwei Jahre verlängert werden, wenn der Inhaber drei Monate in einer ländlichen Region, zum Beispiel im Northern Territory, bestimmte Arbeiten übernommen hat. dpa/gms

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