Zeitung Heute : Reiserätsel: Golfen, Entenessen und Entspannung - in Brandenburg

In dieser Woche ist bei unserem Reiserätsel ein "Rundum-Verwöhn-Wochenende" im Südosten Berlins für zwei Personen zu gewinnen. Das Vier-Sterne-Seehotel Zeuthen (Fontaneallee 27/28, Telefonnummer: 03 37 62 /890) stellt nicht nur ein Doppelzimmer samt Frühstücksbuffet zur Verfügung, sondern erwartet die Gewinner auch mit einem Begrüßungs-Cocktail, lädt sie zu zwei "Candlelight-Menues" im Wintergarten oder Restaurant sowie zu einer Radwanderung oder einer Fluss/Seen-Tour mit einem hoteleigenen Boot ein. In Zusammenarbeit mit dem Golfplatz Groß-Kienitz kann außerdem ein Golf-Schnupperkurs (auch für Anfänger) arrangiert werden und Prinz Kretzulesco bietet ein Entenessen in seinem Schloss Dracula von Schenkendorf an; dort geht es übrigens heute noch bis 20 Uhr beim "Ritterturnier" rund. Im Seehotel (im Internet unter www.seehotel.net ) können die Gewinner darüberhinaus den Sauna- und Wellnessbereich (mit finnischer Sauna, Dampfbad, Solarium, einem tropischen Entspannungsbad und diversen Fitness-Geräten) nutzen. Parken ist ebenfalls inklusive; wer mit der S-Bahn (S 46 Richtung Königs Wusterhausen bis Zeuthen) anreist, wird mit dem kostenlosen Shuttle-Bus ins Hotel gefahren.

In den vergangenen Tagen hat sich SFB 4 Radio MultiKulti (im Internet unter www.multikulti.de ) auf seiner UKW-Frequenz 106,8 MHz ausführlich mit den Erholungs-Möglichkeiten in Zeuthen und dem Dahme-Seengebiet rund um den traditionellen Villenvorort Berlins beschäftigt. Täglich gegen 9 Uhr 45 gibt es beim "Reisefieber" für schnelle Anrufer einen Reiseführer nach Wahl zu gewinnen, wenn die jeweilige Tagesfrage per Telefon richtig beantwortet wird. An der Auslosung kann sich beteiligen, wer die Fragen dieser Woche löst

1. Vertontes

Das Rathaus der Gemeinde Zeuthen, das im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag feiern kann, wurde bis Anfang der 30er Jahre als Schule genutzt. Hier unterrichtete ein Lehrer, der mit der Regisseurin Ruth Berghaus verheiratet war und in der Niederlausitzstraße wohnte. Wie heißt der Mann, der am 19. Dezember 1894 als Sohn einer jüdischen Kantorenfamilie in Hamburg geboren wurde? Er studierte in Berlin und arbeitete von 1919 an als Opernkapellmeister in Köln, Mainz und Berlin (bei Otto Klemperer und Bruno Walter), bevor er 1933 nach Paris, New York und Hollywood emigrierte. 1948 kehrte er in den Ostteil der Stadt zurück und wurde neben Hanns Eisler zum wichtigsten Repräsentanten der DDR-Musikkultur.

2. Gekauftes

Die Berlin-Görlitzer Eisenbahn nahm 1866 ihren Betrieb auf; zunächst mussten die Bewohner aber den Haltepunkt in Königs Wusterhausen nutzen und bis ins Siedlungsgebiet laufen. Aber dann erkämpfte August Hankel sich und den Bewohnern einen eigenen Halt, der bis heute Hankels Ablage genannt wird. Hier vollendete Theodor Fontane seinen Roman "Irrungen, Wirrungen", in dem er Zeuthen ein literarisches Denkmal setzte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kauften findige Makler Grund und Boden auf, parzellierten das Land und verkauften einzelne Stücke als Bauland an Berliner. Zeuthen war als Villenstandort sehr gefragt. Auch ein begüterter Kaufmann erwarb eines der "Filetstücke" am See: Für vier Millionen Goldmark ließ er eine Villa errichten, die sich an französischen Vorbildern orientierte und zum Geschenk für seine Verlobte Wally, eine geborene Puttkammer, wurde. Wie hieß der Mann, dem damals das größte Kaufhaus in Berlin (an der Breite Straße) gehörte?

3. Falsches (Zitate-Rätsel)

Welches der drei folgenden Zitate stammt nicht aus der angegebenen Quelle und hat im Original auch nichts mit dem Umland von Berlin zu tun?

a) "Der Höllengrund ist ein Naturschutzgebiet mit zahlreichen Arten der Flora und Fauna; ein romantisches und verwildertes Tal, das sich bis zum Galgenberg - auch Pulverberg genannt - erstreckt. Ein sehr schöner Weg führt durch den Höllengrund über den Pulverberg zum erneuerten Kurpark des benachbarten Ortes." (die Zeuthener Ortschronisten über den Ortsteil Miersdorf nahe Wildau; im Internet unter der Adresse www.zeuthen-online.de )

b) "Auffallend sind besonders die rasch dahinrollenden Wagen, die der vornehmen Welt mit prächtigen Trabern bespannt, die Hofkutschen sind an den Dienern in scharlachroter Livree kenntlich. Unter dem weiblichen Geschlecht sind auffallend die Ammen in ihren bunten und reichen Volkstrachten; sie tragen gewöhnlich einen mit silbernen Troddeln verzierten weißen Überwurf, der kleidsame diademartige Kopfschmuck ist mit unechten Perlen und Silber verziert." (die Stadtväter von Königs Wusterhausen im Jahr 1999 über das Fest zur Wiedereröffnung ihres Schlosses; www.k-w-schloss.com )

c) "Kommt herbei in Scharen ihr Edelleute und Bauern - und auch das kleine Volk sei aufs herzlichste eingeladen. Zu Ehren Ottomar Rodolphe Vlad Dracula Prinz Kretzulesco wird ein Ritterturnier zu Pferde und am Boden ausgetragen. Zum Fressen und Saufen wird reichlich aufgetischt." (die Veranstalter des heute noch stattfindenen "Mittelaltermarktes" auf Schloss Dracula in Schenkendorf; Internet: www.carnica-spectaculi.de

4. Forschendes

In den Jahren 1933 bis 1945 entstand in der Platanenallee von Zeuthen ein so genanntes Postinstitut der nationalsozialistischen Machthaber, über dessen wahre Aufgaben nur wenige Zeuthener genaue Kenntnis hatten. Tatsächlich beschäftigte sich diese "wissenschaftliche Einrichtung" mit dem unverfänglichen Namen jedoch mit der Atomforschung, um eine "Wunderwaffe" herzustellen. Erst als die Rote Armee 1945 einen "zimmergroßen Magneten" auf dem Gelände ausgraben und mit Panzern zum Zeuthener Bahnhof schleppen ließ, wurde den Bürger bewusst, woran die Nazis gearbeitet hatten. Heute wartet man hier auf die Inbetriebnahme eines hochmodernen Photoinjektor-Teststandes, mit dem "Elektronenquellen mit kleiner Emittanz und kurzen Bunchlängen" entwickelt werden sollen, die für zukünftige Röntgenlaser und Linearbeschleuniger erforderlich sind. Wie heißt das Hamburger Forschungszentrum, das schon den größten deutschen Teilchenbeschleuniger zur Erzeugung hochbeschleunigter Elementarteilchen betreibt?

5. Bewirtschaftetes

Slawische Siedler ließen sich wahrscheinlich schon im 7. und 8. Jahrhundert in dem durch die Völkerwanderung ausgedünnten Landstrich zwischen der heutigen Dorfaue und dem Rosengarten von Zeuthen nieder; der Ortsname Czyten oder Czuten (im Urslawischen sut-n = gerüttelt voll oder Schotter) soll auf Ablagerungen beim Einfluss der Dahme in den Zeuthener See zurückzuführen sein. Miersdorf (von Myrenstorff; slawisch Mirz = Frieden) war im 14. Jahrhundert mit vierzig Hufen und einer Kirche ein echtes Bauerndorf. Die erste schriftliche Erwähnung von Gerhardsdorf (Gersdorf) findet sich 1317 im "Codex diplomaticus Brandenburgensis": "Markgraf Johann befreiet zum Seelenhirt seiner Eltern neun Hufen Landes in Beyersdorf, welche Heiner und Lorenz Große dem Kloster Spandau verkauft, von allen öffentlichen Abgaben"; einer der Zeugen war damals Busso Gruwelhutd, cristanus de Gerhardstorp. Wie groß aber sind Hufen?

Die Lösungen bitte bis Dienstag (Poststempel 5. September 2000) auf einer Postkarte an: Der Tagesspiegel, Reiseredaktion, 10876 Berlin. Die Übertragung, ein Umtausch oder die Barabgeltung des Preises sind ebenso wie der Rechtsweg ausgeschlossen.

Die in der vergangenen Woche vom Stuttgarter Spezial-Reiseveranstalter Biblische Reisen GmbH (Silberburgstraße 121) ausgelobte einwöchige Studienreise ins Heilige Land hat Sr. Maria Otto aus 13627 Berlin gewonnen. Die Reise umfasst neben den Linienflügen und allen Transfers die Unterkunft mit Halbpension, eine Reiseleitung und sämtliche Gebühren; neben Bethlehem, Tel Aviv und Jerusalem stehen auch Caesarea, Nazaret, Jericho oder die Gedenkstätte Yad Vaschem auf dem Programm (Infos im Internet unter www.biblische-reisen.de ). Ihren Reisetermin sprechen Sie bitte direkt mit dem Veranstalter unter der Telefonnummer 07 11 / 61 92 50 ab.

Die richtigen Lösungen: 1. Herodes der Große, 2. Gethsemane, 3. das Zitat b) aus den "Märchen der Han" (China), 4. die "Qumran"-Rollen, 5. Theodor Herzl.

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