Zeitung Heute : Reiseunternehmen: Neue Namen

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Haben Sie sich schon einmal umbenannt? Lassen Sie es lieber. Namensänderungen sind nämlich in mehrfacher Hinsicht kniffelig. Ob man etwa als Arzt mit dem Geburtsnamen Killer praktizieren oder als Pfarrer Teufel predigen muss, will zwar überlegt sein. Und der angehende Popstar Willibald Knurpseneder wird wohl eher als Willy Wall im englischsprachigen Musikgeschäft auftauchen. Wegen des Image und so. Ganz ähnliche Motive haben auch die beiden größten deutschen Touristikkonzerne dazu veranlasst, sich umzubennen. Als Condor und NUR Touristic vor einigen Jahren unter eine Decke schlüpften, kam das holprige Konzernkürzel C & N Touristic AG heraus. Fachleute hatten sich zwar damit abgefunden, richtig gewöhnen mochte sich niemand daran. Die Öffentlichkeit schon gar nicht. Glück für die "Neckermänner", dass ihnen im Rahmen ihrer Internationalisierung das britische Unternehmen Thomas Cook in den Schoß fiel. Einen besseren Namensgeber für einen Reisekonzern als den Erfinder des Pauschaltourismus konnten sie sich nicht wünschen. Deutlich schwerer tut sich TUI beziehungsweise der Mutterkonzern Preussag. Bergbau und Stahl spielen kaum noch eine Rolle, die Zukunft sehen die Konzernstrategen im Tourismus, eine namentliche Neudefinition bot sich also an. Dass der nun auserkorene Name "World of TUI" als Dach für das Ganze das Gelbe vom Ei ist, darf allerdings bezweifelt werden. Doch darüber ist wohl das letzte Wort noch nicht gesprochen.

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