Zeitung Heute : Reisserätsel: Pot(t)pourri: Kohle, Museen, Theater und Fußball

Rätseln Reisen ist eine Kooperation S

In dieser Woche gibt es bei unserem Reiserätsel die Möglichkeit, eine Vier-Tage-Studienreise durch das Ruhrgebiet zu gewinnen. Auf Einladung des Dortmunder Reiseveranstalters "One World - Reisen mit Sinnen" (Neuer Graben 74, 44139 Dortmund; Telefonnummer: 02 31 / 16 44 80, im Internet unter www.reisenmitsinnen.de ), der in den vergangenen Jahren schon mehrfach für seine Angebote ausgezeichnet wurde, reist der Gewinner in einer kleinen Gruppe per Rad zu Industriedenkmälern der Region und in das "neue grüne Revier". Eingeschlossen im Reisepreis sind alle notwendigen Transporte, Eintrittsgelder und Führungen, ein Leihrad sowie die Hotel-Übernachtungen mit Frühstück und Lunchpakete für die Touren. Da in den vier Tagen nur rund 200 Kilometer zurück gelegt werden, eignet sich die Studienreise auch für nicht ganz so geübte Radler.

In den vergangenen Tagen hat sich SFB 4 Radio MultiKulti ( www.multikulti.de ) auf seiner UKW-Frequenz 106,8 MHz ausführlich mit der Geschichte und den klassischen wie aktuellen Sehenswürdigkeiten des noch heute wie einst mit großen Vorurteilen kämpfenden Kohlereviers beschäftigt. Täglich gegen 9 Uhr 45 gibt es beim "Reisefieber" für schnelle Anrufer einen Reiseführer nach Wahl aus den Programmen des Michael-Müller- oder Stefan-Loose-Verlages oder aus dem Programm der Reisefachbuchhandlung Schropp (Potsdamer Ecke Bülowstraße) zu gewinnen, wenn die jeweilige Tagesfrage richtig beantwortet wird. An der Auslosung kann sich noch beteiligen, wer die fünf Fragen dieser Woche richtig beantwortet

1. Museales

Allein die Museen von Dortmund sind eine eigene Ruhrpott-Reise wert. Im Sunderweg 130, dem historischen Gebäude der Hafenverwaltung ist eine Hafen- und Schifffahrtsausstellung beheimatet; im vergangenen Jahr konnte der 1899 eingeweihte Hafen am Dortmund-Ems-Kanal sein 100-jähriges Bestehen feiern. In der Märkischen Straße 85 findet sich das Dortmunder Brauerei-Museum und im ehemaligen Sparkassengebäude in der Hansastraße 3 residiert das Museum für westfälische Kunst- und Kulturgeschichte, das allerdings mit seinen Exponaten nicht mit dem Museum am Ostwall mit seinen expressionistischen Bildern von Beckmann, Chagall, Kandinsky oder Macke konkurrieren kann. Das Westfälische Industriemuseum am Grubenweg in Dortmund-Bövinghausen wartet mit neogotisch-schlossartigen Betriebs- und Verwaltungsanlagen und einer Maschinenhalle samt Portal im Jugendstil auf. Wie wird dieses Museum - aus der Geschichte der Anlage heraus - noch genannt?

2. Kulturelles

Aus einem solidarischen Akt der Bergleute im Nachkriegs-Winter 1946/1947 erwuchs eine inzwischen weltweit bekannte kulturelle Veranstaltungsreihe des Reviers: Die Bergarbeiter hatten in einer beispiellosen Aktion Kohlen für die Hamburger Theater organisiert, damit die Bühnenarbeit fortgesetzt werden konnte. Im Gegenzug und als Dank für die Sonderschichten wurde eine Art "Arbeiter-Festival" gegründet, auf dem in den ersten Jahren vor allem die Hamburger Theaterleute zeigten, was sie auf ihre Bretter bringen konnten. Wie heißt die 1947 von der Stadt Recklinghausen und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) gegründete und seitdem alljährlich in den Monaten Mai, Juni und Juli stattfindende Veranstaltung mit ihren Kunstausstellungen, dem "jungen forum" (Kulturtage der Gewerkschaftsjugend), Diskussionen und wissenschaftlichen Seminaren? Im Zentrum stehen auch Theateraufführungen mit Auftragsarbeiten und Gastspielen ausländischer Künstler.

3. Falsches (Zitate-Rätsel)

Welches der drei folgenden Zitate stammt nicht aus der angegebenen Quelle und hat im Original auch nichts mit dem Ruhrgebiet zu tun?

a) "Um der kritischen Situation zu begegnen, schlossen sich 1968 unter Mitwirkung der Regierung 19 Unternehmen in einer Holdinggesellschaft zusammen, (aber) trotz gezielter staatlicher Subventionen ließ sich der notwendige Strukturwandel nicht aufhalten." (aus der "Microsoft Encarta" über die Absatzschwierigkeiten von Steinkohle in den 60er Jahren)

b) "Die Liebe zum Fußball ist typischer als die abstoßende Heuchelei unter religiösem Banner. Die Mannschaft des berühmtesten Amateurklubs der Welt war so erfolgreich, dass es acht Jahre dauerte, bis sie ihr erstes Spiel verlor. Heute sind ihre Erfolge bescheidener." (der "APA-Guide Ruhrpott" über die Anfänge von Borussia Dortmund am Anfang des 20. Jahrhunderts)

c) "Spannend und erholsam zugleich sind die Parkanlagen, auch Kinder finden aufregende Spielplätze. Ein Bauernhof vermittelt historische Landtechnik und innovativen Umgang mit der Natur, der "Klettergarten" des Deutschen Alpenvereins ist eine der größten Übungsplätze in Deutschland, der ehemalige Gasometer wurde zum Tauchbecken." (die Deutsche Gesellschaft für Industriekultur im Internet über den Landschaftspark Duisburg-Nord)

4. Geschichtliches

Nachdem der Ruhrkohlebezirk nach dem Ersten Weltkrieg schon von belgischen und französischen Truppen besetzt worden war, erfuhr das Ruhrgebiet auch nach dem Zweiten Weltkrieg eine Sonderbehandlung. Durch das 1949 von den USA, Großbritannien, Frankreich und den Benelux-Staaten beschlossene "Ruhrstatut" sollte eine "Internationale Ruhrbehörde" die deutsche Kohle- und Stahlproduktion überwachen. 1951 wurde nach zähen Verhandlungen der Vertrag über die europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl geschlossen. Wie wird dieser Vertrag, der auf den so genannten Schuman-Plan zurück ging, bis heute genannt? Der erste Präsident der "Hohen Behörde", dieser supranationalen Organisation zur Errichtung eines gemeinsamen Marktes, war Jean Monnet.

5. Wissenschaftliches

Nicht wenige der Produkte aus der Kohleverbrennung schädigen die Umwelt. Durch die Nutzung von Kohle und anderen fossilen Ressourcen zur Energieerzeugung soll, so die wissenschaftlichen Untersuchungen, der Anteil an Kohlendioxid in der Erdatmosphäre dramatisch steigen. Darüber hinaus werden aus Schwefel und Stickstoff Oxide gebildet, die zum "sauren Regen" führen. Wie nennt man das Phänomen der globalen Erwärmung, die durch die weitere Kohle-Verbrennung vorangetrieben wird? In den vergangenen Jahren ist es durch zu hohe Konzentration von Kohlendioxid, Methan, Stickstoff und Ozon in der Atmosphäre zu einem weltweiten Temperaturanstieg bis zu 0,6 Grad Celsius gekommen.

Die Lösungen bitte bis Dienstag (Poststempel 24. Oktober 2000) auf einer Postkarte an: Der Tagesspiegel, Reiseredaktion, 10876 Berlin. Wie immer gilt: Ein Umtausch, die Übertragung oder eine Barabgeltung des Preises sind ebenso wie der Rechtsweg ausgeschlossen. Ihren Reisetermin sprechen Sie bitte direkt mit dem Veranstalter in Dortmund ab.

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