Zeitung Heute : Rekordzahl an Arbeitslosen in den USA

Christoph Marschall

Washington - Die Arbeitslosenrate in den USA hat den höchsten Stand seit 25 Jahren erreicht und liegt bei 8,1 Prozent. Im Februar verloren 651 000 Menschen ihren Job. Nach Angaben des US- Arbeitsministeriums haben „seit Beginn der Rezession im vergangenen Jahr 4,4 Millionen Amerikaner ihre Arbeit verloren“, darunter seien drei Millionen, die länger als sechs Monate arbeitslos gemeldet sind.

Präsident Barack Obama reiste am Freitag nach Columbus in Ohio, um der Nation Mut zuzusprechen. Der Industriestaat Ohio ist besonders schwer von der Krise getroffen. In einer Polizeiakademie sprach Obama zur diesjährigen Abschlussklasse der Polizeikadetten. Er lenkte die Aufmerksamkeit auf sein Konjunkturpaket in Höhe von 887 Milliarden Dollar, das unter anderen den Einzelstaaten Mittel für Schulen, Feuerwehr und Polizei zuweise und auf diese Weise Jobsicherheit für öffentliche Bedienstete schaffe. Es enthält auch Steuererleichterungen für 95 Prozent der Amerikaner. Die Schecks mit den zu erstattenden Steuerguthaben sollen Mitte April zum jährlichen Steuerstichtag bei den Bürgern eintreffen und sie zu mehr Konsum ermuntern.

US-Wirtschaftsexperten sehen geringe Aussichten für eine rasche Belebung der Konjunktur. In den Prognosen, wann es wieder aufwärtsgehe, werden die Zeiträume kontinuierlich nach hinten verschoben. Nach optimistischen Einschätzungen könnte die Konjunktur zum Jahresende anziehen; vor wenigen Wochen wurde noch die zweite Jahreshälfte genannt. Die zurückhaltenden Vorhersagen nennen unterschiedliche Quartale 2010 oder gar erst 2011. „Wir sind fast schon in einem Stadium der Panik“, sagte Ethan Harris vom Finanzinstitut Barclays Capital. Viele Unternehmen passten ihre Mitarbeiterzahl an die tiefe Rezession an. „Es gibt keinen Hinweis, dass der Tiefpunkt bereits erreicht wurde“, sagte Wirtschaftsexpertin Ellen Zentner in New York. Christoph von Marschall

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