Zeitung Heute : Renault: Facelift für den Clio

Ingo Dahlern

Es hat sich in den letzten Jahren mehrfach verändert - das Markengesicht von Renault. Doch nun scheint man ein Design gefunden zu haben, das künftig auf breiterer Front gültig sein soll. Ihre Premiere hatte diese neue Optik im Frühjahr in Genf mit dem neuen Oberklassemmodell Renaul Vel Satis, das aber erst zum Jahresende in Serie geht. Doch das neue Markengesicht erleben wir schon früher - bei der überarbeiteten Version des Clio, die im Juni erscheint.

Zwei horizontale Lufteinlässe

Zu der neuen Front des Clio gehören unter anderem sehr ausdrucksstark modellierte Frontscheinwerfer und zwei große horizontale Lufteinlässe beiderseits des mittig platzierten Rhombus. Ergänzt werden diese neuen Elemente durch seitlich weiter herumgezogene in Wagenfarbe lackierte und sanft ins Karosserieblech übergehende Front- und Heckstoßfänger, eine Motorhaube mit mittiger Verstärkungsrippe und neu geformte Rückleuchten. Und der in der Mitte der Heckklappe montierte Rhombus dient zugleich als Öffner für die Hecktür.

Verändert wurde im Rahmen des jetzt vorgenommenen Facelifts aber nicht nur die Optik der Karosserie. Auch der Clio-Innenraum zeigt sich in vielen Details in ganz neuer Gestalt. Das gilt vor allem für die ganz neu gestaltete Armaturentafel einschließlich neu gestalteter Instrumente und des neu geformten Lenkrads. Mit engeren Spaltmaßen und hochwertigeren Oberflächen, von denen viele einen Überzug aus griffsympathischem Softlack erhielten, vermittelt das Interieur nun einen sehr viel höheren Qualitätseindruck. Auf der Mittelkonsole findet man jetzt harmonisch eingepasste Einbauplätze für Wunschausstattungen wie Klimaautomatik und Navigationssystem.

Neben neuer Optik innen und außen präsentiert der überarbeitete Renault schließlich eine Menge neuer Technik unterm Karosserieblech. Wichtigste Änderung ist dabei zweifellos der neue besonders umweltfreundliche 1,5-Liter-Turbodiesel mit Direkteinspritzung und einer neuartigen Common-Rail-Technik. Denn die bedient sich erstmals statt der bislang üblichen zylinderförmigen gemeinsamen Druckspeicherleiste (Common Rail) eines zusammen mit Delphi Automotive Systems entwickelten kugelförmigen Druckspeichers mit radial angeordneten Einspritzleitungen. Diese neue Form bringt handfeste praktische Vorteile. Denn sie ist nicht nur kompakter, sondern erlaubt auch höhere Einspritzdrücke von bis zu 1600 bar beziehungsweise 1400 bar an den Düsen. Konventionelle Common-Rail-Druckspeicher erlauben dagegen nur 1350 bar. Die höheren Drücke erlauben es, den Einspritzvorgang noch exakter zu steuern. Besonders vorteilhaft ist, dass sich auch die Einspritzmenge für die Piloteinspritzungen noch genauer dosieren und variieren lässt - ein wichtiger Schritt zu einer optimalen Formung des Einspritzvorgangs. Damit werden die Motoren noch wirtschaftlicher und sauberer und noch leiser.

Renault bietet den neuen 1.5 dCi in zwei Leistungsstufen an. Dabei liefert die 48 kW (65 PS) leistende Variante ein höchstes Drehmoment von 160 Nm, während die 59 kW (80 PS) leistende Version es auf 185 Nm bringt. Und bei den Verbrauchswerten überzeugt der Clio 1.5 dCi mit 48 kW (65 PS) mit einem Durchschnittsverbrauch von nur noch 4,3 l/100 km sowie eine CO2-Emissionen von nur noch 115 g/km.

Neben dem neuen Turbodiesel stehen fünf Benziner zur Wahl, die ausnahmlos die D4-Abgasnorm erfüllen. Das sind der 1,2-Liter mit 43 kW (60 PS), der 1,2-Liter 16V mit 55 kW (75 PS), der 1,4-Liter 16V mit 72 kW (98 PS), der 1,6-Liter 16V mit 79 kW (107 PS) und der 2,0-Liter 16V mit 124 kW (169 PS). Bei den Getrieben hat man je nach Motorisierung die Wahl zwischen einem manuellen Fünfgang-Schaltgetriebe, einer lernfähigen Automatik und dem neuen Quickshift 5 genannten automatisierten Fünfgang-Schaltgetriebe, das seine Premiere bereits im Twingo erlebte.

Neu bei der umfangreichen Sicherheitsausstattung des Clio ist nun der mit Ausnahme des Renault Sport 2.0 16V zur Serienausstattung zählende Bremsassistent. Größer dimensioniert sind die Bremsen, die mit einem ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung kombiniert sind. Und von Oktober an soll es als Serienausstattung bei den stärkeren Modellen mit Leistungen von 72 kW (98 PS) an aufwärts in den Ausstattungsversionen Initiale und Renault Sport und als Option bei den übrigens Ausstattungen die Fahrdynamikregelung ESP geben. Zu den passiven Sicherheitselementen zählt das vom bisherigen Clio übernommene Programmierte Rückhaltesystem PRS II mit adaptiven Frontairbags, Kopf- und Brust-Seitenairbags, Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern vorn, Dreipunkt-Gurten und Kopfstützen auf allen Plätzen und Isofix-Kindersitzbefestigungen hinten. Ergänzt wird dieses System nun durch Gurtkraftbegrenzer auf den seitlichen Fondplätzen und das Isofix-System für Reabord-Kindersitze auch auf dem Beifahrersitz in Verbindung mit einem abschaltbaren Beifahrerairbag.

Serienausstattung erweitert

Zur erweiterten Serienausstattung des überarbeiteten Clio gehören unter anderem bereits ab Basisversion eine elektrische Servolenkung, eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, in Wagenfarbe lackierte Stoßfänger, elektrische Fensterheber vorn, ein höhenverstellbares Lenkrad sowie ein Drehzahlmesser. Angeboten wird der überarbeitete Clio in den Ausstattungen Authentique, Expression, Privilège, Dynamique, Initiale und Renault Sport. Beim Topmodell Initiale findet man auch eine Klimaautomatik, eine hochwertige Leder-Alcantara-Polsterung, Xenon-Scheinwerfer, einen Regensensor, einen Temporegler und einen CD-Wechsler.

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