Zeitung Heute : Revanche nach vier Jahren

Kanada hat den US-Girls die Gold-Tour vermasselt und wieder klare Verhältnisse im Frauen-Eishockey geschaffen. Mit dem 3:2-Endspieltriumph in Salt Lake City nahmen die Kanadierinnen erfolgreich Revanche für die sensationelle Niederlage vor vier Jahren in Nagano und krönten mit dem Olympiasieg ihren einmaligen Siegeszug mit sieben Weltmeisterschafts-Titeln in Serie. "Oh, mein Gott. Dieses Spiel werde ich mein Leben lang nicht vergessen", sagte die großartige kanadische Torhüterin Kim St. Pierre jubelnd. "Diese Girls sind Vorbilder für unser ganzes Land", sagte Trainerin Daniele Sauvageau voller Stolz auf ihr Team.

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Newsticker: Aktuelle Nachrichten von den XIX. Winterspielen sowie weitere Sportmeldungen Wayne Gretzky, Chefmanager des kanadischen Männerteams, strahlte übers ganz Gesicht, als Kanadas IOC-Mitglied Richard W. Pound den verdienten Siegerinnen die Goldmedaille um den Hals hängte. Hayley Wickenheiser, die schon 1998 bei der bitteren Schlappe in Japan dabei war, trug mit Stolz ihren 22 Monate alten Sohn Noah auf dem Arm, als im E-Center die kanadische Hymne ertönte. "Was für ein süßes Gefühl. Auf diesen Moment haben wir lange gewartet", sagte die 23-jährige Stürmerin auf dem Weg zur Sektdusche in der Kabine. Mit sieben Treffern war Wickenheiser die erfolgreichste Torschützin und wurde zur wertvollsten Spielerin des Turniers gewählt. Bei den enttäuschten US-Frauen, die sich zwei Jahre lang unter Profi-Bedingungen auf das Duell mit dem Erzrivalen vorbereitet hatten und bis zum Finale in 36 Spielen ungeschlagen waren, kullerten Tränen.

Selbst Schiedsrichterin Stacey Livingston aus den USA, die vom Weltverband IIHF als beste Unparteiische für das Endspiel bestimmt worden war, konnte der Heim-Mannschaft nicht zu Gold verhelfen - obwohl sie sich nach Kräften bemühte. Die völlig einseitig leitende Amerikanerin schickte die Kanadierinnen doppelt so oft auf die Strafbank, doch das Powerplay der USA war zu stümperhaft, um aus den Geschenken des Referees Kapital zu schlagen.

"Die Schiedsrichterin wollte den USA den Sieg schenken, aber wir haben es nicht zugelassen", sagte Caroline Quellette, die Kanada nach 105 Sekunden in Führung geschossen hatte. Trotz acht Minuten Überzahl im ersten Drittel gelang dem entthronten Olympiasieger von Nagano erst nach 22 Minuten der Ausgleich. Wickenheiser (25.) und Jayna Hefford (40.) gelang die Vorentscheidung zum 3:1. Der Anschlusstreffer von Karyn Bye (57.) ließ die fanatischen amerikanischen Zuschauer noch einmal hoffen, doch Torhüterin St. Pierre behielt die Nerven.

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