Zeitung Heute : Revolutionen und andere Irrtümer

Was er auch schreibt, es gibt einen Skandal. Auch jetzt wieder mit dem Stück „McKinsey kommt“. Er habe darin zum Mord aufgerufen, heißt es. Rolf Hochhuth weist das weit von sich. Überhaupt sei alles ganz anders: „Ich, links?“ Dieses Gerücht halte sich nun schon seit fast 50 Jahren.

Kerstin Decker

In dunklem Mantel mit Koffer steht er auf dem Bahnsteig in Mannheim und spricht mit einer Bibliothekarin aus Freiburg. Die hat er im Zug von Basel kennen gelernt. In fünf Stunden beginnt Rolf Hochhuths Lesung in Augsburg. Er schaut abwechselnd auf die Bahnsteiguhr und auf sein Handy. Funktioniert wieder nicht. Er kennt das schon. Resigniert steckt er das Handy in die Tasche.

Rolf Hochhuth gehört zu den Bahnfahrern, die es auch aus einer ungünstigen Startposition heraus und mit Koffer schaffen, die Ersten im Abteil zu sein. Fast ohne zu drängeln. Diese Kunst beherrschte er sein Leben lang. Unbemerkt von hinten kommen, die vordersten Plätze belegen und dabei die vollkommene Form wahren. Wahrscheinlich hat er darum keine Platzkarte. Rolf Hochhuth hatte noch nie eine. Er verlässt sich auf sein Karma. Und wenn er jetzt, kurz vor Stuttgart, auf der Suche nach einem noch viel besseren Platz den Aussteigewilligen den Gang versperrt, dann ist das nicht Egoismus. Der Dramatiker hat höchstens ein ganz klein wenig Schwierigkeiten mit den Dingen, die unverbesserliche Praktiker das Nächstliegende nennen. Insofern ist auch nicht ganz klar, ob es wirklich am Handy oder nicht doch am Dramatiker liegt, dass er nie einen Anschluss bekommt. Trotzdem sind Menschen mit Talent für Nächstliegendes verdächtig. Was, wenn sie auch nur Nächstliegendes denken können, immer die allerkürzesten Schlüsse ziehen? Zum Beispiel dass er, Rolf Hochhuth, in seinem neuen Stück „McKinsey kommt“ zum Mord am Chef der Deutschen Bank aufgerufen habe. In einem Gedicht am Ende des ersten Aktes. Die Deutsche Bank wollte das Stück schon verbieten lassen.

Hochhuth mag ICEs. Sie kommen sogar in seinen Gedichten vor. Und der erste Akt seines Stücks, das nun schon vor der Premiere am 13. Februar in Brandenburg ein Skandalstück ist, spielt auch im ICE. Der erste Akt heißt „Mercedes kauft die Oerlikon-Waggonfabrik“. In der Regieanweisung steht: „Das sanfte Rauschen des schönen Zuges lenkt gar nicht vom Dialog ab.“ So ist es auch jetzt. Noch knapp zwei Stunden bis Augsburg. Wenn das Theater genug Geld hat, schreibt Hochhuth in der Regieanweisung weiter, können auch noch mehrere Statisten an Tische gesetzt werden. Das brauchen wir nicht. Der ICE ist voll besetzt. Im Stück propagieren Hilde und Kurt mit zwei Mitreisenden die neue Arbeitslosenpartei. Ganz so weit wollen wir nicht gehen. Aber das Interview, findet Rolf Hochhuth, könnten wir eigentlich gleich machen.

Herr Hochhuth, eine große deutsche Zeitung hat Sie soeben als letzten Klassenkämpfer entlarvt. Stimmt das? Sind Sie sehr links?

Es ist still im Zug. Auch Rolf Hochhuth hatte schon begonnen zu flüstern, aber nun springt seine Stimme doch auf: Ich, links? Dieser Irrtum hält sich nun schon seit fast 50 Jahren.

Der Obermoralist

Ein erschrockener Nachbar schaut kurz hoch und schläft gleich wieder ein. Rolf Hochhuth sieht wirklich sehr beruhigend aus. Eher wie der letzte Bürger, nicht wie der letzte Klassenkämpfer. Schütteres, fast weißes Haar, schmal, dunkler Anzug, weißes Hemd, Schlips, natürlich. Und die, die ihm am nächsten stehen, sind auch nicht die bekanntesten Linken. Churchill. Oder Bismarck. Oder Spengler. Oder Ernst Jünger. Gottfried Benn. Den meisten Standard-Linken würde übel von soviel Konservatismus. Ein anderer Vorzeige-Linker des Landes, Walter Jens, kriegt noch immer Schüttelfrost bei dem Namen Jünger. Hochhuth nicht. Ein großer Schriftsteller, sagt er über den Autor der „Stahlgewitter“. Aber zum 100. Geburtstag seines Freundes Jünger hatte man ihn nicht eingeladen. Nicht deshalb, weil Filbinger auch da war. Filbinger, ebenfalls ein nicht unbekannter Jünger-Freund. Einst baden-württembergischer Ministerpräsident, bis er aufgrund einer Erzählung Hochhuths zurücktrat. Oder genauer: Aufgrund Andrzej Wajdas Verfilmung der Hochhuth-Erzählung „Eine Liebe in Deutschland“ mit Hanna Schygulla trat der Ex-Nazi-Marinerichter Filbinger zurück. Hochhuth scheint nicht stolz darauf zu sein. Ungewöhnlich für einen, den die Welt für einen Obermoralisten hält. Jedenfalls, erklärt Hochhuth, lag es nicht an Filbinger, sondern an Helmut Kohl, dass er nicht zu Jüngers Festbankett eingeladen war. Kohl hatte sich einst beim Vatikan dafür entschuldigt, dass ausgerechnet ein Deutscher den „Stellvertreter“ geschrieben hat. Als großer Entlarver ist Hochhuth berühmt geworden.

Ungefähr alle zehn Jahre bringt er Päpste oder Ministerpräsidenten, Juristen, Ärzte oder Banker ins Wanken oder gleich zu Fall. Aber er liebt eher entlarveruntypisch. Die er liebt, sind Verstrickte. So wie Gottfried Benn, der Dichter. Der BDI-Präsident hatte Hochhuth gerade vorgeworfen, er rücke die Guillotine in einen Zusammenhang mit Managern. Hochhuth hatte sich das bemerkenswerte Wort „guillotinereif“ von Benn ausgeborgt und geschrieben, dass eine Gesellschaft, deren Firmen nach Rekordgewinnen Mitarbeiter entlassen, guillotinereif sei.

Ein freundlicher kleiner Herr mit einem anderen Dichter in der Hand bleibt vor uns stehen, lächelt über sein breites Gesicht und fragt: Herr Hochhuth, könnten Sie mir das bitte signieren? Der Mann hält ihm einen grünen Suhrkamp-Paperbackband, Hermann Hesses „Bäume“ entgegen. Für einen Augenblick steht Bestürzung im Gesicht des Dramatikers. Er schaut abwechselnd auf den Mann und den dünnen Hesse. Hesse? Den mag er nicht so. Eigentlich hat der Dramatiker Rolf Hochhuth sein Leben damit verbracht, viel mehr noch als Benn Thomas Mann zu lieben. Ganze Passagen aus dem „Tod in Venedig“ und dem „Tonio Kröger“ weiß er noch immer auswendig. Der Mann ist ein Rätsel. Müsste ihm, dem politischen Dramatiker, Brecht nicht viel näher sein als Thomas Mann? Nicht zufällig konnten die beiden sich nicht ausstehen. Den Hesse kann er jetzt unmöglich signieren. Rolf Hochhuth erklärt dem erwartungsvoll blickenden Hesse-Besitzer sanft, dass kein Autor das Buch eines anderen signieren könne. Dann hat er die erlösende Idee. Oben im Koffer, sagt Hochhuth, habe ich noch ein eigenes Buch. Das bringe ich Ihnen nachher. Mit Autogramm.

Benn stellte einst die Frage, ob die Dichtung unser Leben bessern soll und kam zu dem schlüssigen Ergebnis: Um Himmels willen, natürlich nicht! Ganz so würde Rolf Hochhuth das wohl nicht sehen. Aber ein fanatischer Besserer, das spürt man, ist er nicht. Irgendwie scheint dieser Autor nur sehr bedingt zu seinen Stücken zu passen. Den „kategorischen Moralisten“ des Landes stellt man sich anders vor. Revolutionäre und Moralisten sind fast immer Eiferer. Hochhuth ist der Gegentypus. Von einer angenehmen Gelassenheit, wie sie im Grunde nur Ästheten haben. Vielleicht kennen wir nur den halben Hochhuth. Man begreift einen Menschen entweder sofort oder nie. Dieser hier, eine dreiviertel Stunde nach Stuttgart weiß man das, ist alles, aber kein Revolutionär.

Da klingt durch das ICE-Abteil der Hochhuth-Satz: „Wir brauchen erstens eine linke Partei und zweitens eine Revolution.“ Was brauchen wir? Die Mitreisenden tun so, als hätten sie nichts gehört. So ein ICE ist ein sehr bürgerliches Verkehrsmittel. Hochhuth hat denselben Gesichtsausdruck wie vorher. Nichts passiert. So schauen Menschen, die ihrer selbst ganz sicher sind. Aber wer, der noch bei Trost ist, hofft denn auf eine Revolution? Ich hoffe nicht, antwortet der Dramatiker ganz ernst, im Gegenteil. Er fürchte sie – obwohl sie nötig sei. Das liege an seinem Pessimismus. Bisher hat die Menschheit nie aus freier Einsicht, sondern nur aus Katastrophen gelernt. Spät am Abend wird er seinen Lieblingssatz eines antiken Komödiendichters zitieren: „Nun ist ja der Mensch an sich schon ein hinreichender Grund zur Traurigkeit.“ Linke mögen die Menschen. Kann sein, Hochhuth misstraut ihnen, fürchtet sie. Dichter sind strukturell konservativ.

Die Bibliothekarin aus Freiburg naht, die Hochhuth schon aus dem ICE Basel-Mannheim kennt. Sie will doch noch einmal fragen, ob er nicht in Freiburg lesen könne. Es stellt sich heraus, dass Hochhuths Lesehonorar zu hoch ist für die bescheidenen Mittel der Stadtbibliothek Freiburg. Ein geradezu kapitalistisches Honorar. Aber vielleicht kann man sich entgegenkommen. Hochhuth könnte etwas über Europa lesen, das wäre ihr am liebsten. Offensichtlich kennt sie „McKinsey kommt“ noch nicht. Sonst wüsste sie, dass im letzten Akt „Aktien steigen, wenn Arbeitnehmer fallen“ eine Europafahne im Saal des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts verbrannt wird. Weil es eine bloße Wirtschaftsflagge ist. Weil Europa bald so viele Arbeitslose hat wie Spanien Einwohner. Aber das alles sagt Hochhuth jetzt nicht. Er sagt nur: „Geht nicht. Ich bin Gaullist.“ De Gaulle. Auch nicht unbedingt ein Linker. Die Bibliothekarin schaut ihn ratlos an. Ich bin für ein Europa der Vaterländer, erläutert Hochhuth. Die Bibliothekarin begreift: „Sie meinen, weil die Wirtschaft uns besetzt hat?“ Hochhuth nickt. Die Bibliothekarin steht im Gang, hinter ihr bildet sich ein kleiner Stau. Nun lassen Sie doch wenigstens mal die Leute hier durch, fordert ein Fahrgast gereizt, der sich sicher über diese kleine linke Spontan-Propagandazelle ärgert. Kaum versammeln sich irgendwo zwei Linke, bricht schon alles zusammen, zuerst der Verkehr. Die Wirtschaft hält das Land besetzt, hat die Bibliothekarin gesagt. Es war wie die Äußerung eines tiefen Unbehagens. So meint Hochhuth das also mit der Revolution. Revolutionen sind ja auch nichts anderes als plötzliche irrationale Ausbrüche eines lange angestauten Unbehagens.

Man kann einen wie Rolf Hochhuth wohl nur über die erklären, die ihm am nächsten stehen. Und die Toten stehen ihm möglicherweise noch viel näher als die Lebenden. Denn ist Bismarck nicht in gewissem Sinne viel wirklicher als Josef Ackermann? Das mit dem „Recht auf Arbeit“ hat Hochhuth schließlich von Bismarck. Hatte der auch schon gefordert. Die meisten Menschen vergessen wieder, was sie wissen. Das ist zwar ineffektiv, aber irgendwie human. Rolf Hochhuth kann nichts vergessen. Er merkt sich alles, auch wenn er wie alle, die nichts vergessen können, immerzu wiederholt: „Ich vergesse alles. Aber wirklich alles.“

Wenn man schon in nur einer Gegenwart leben kann, hat man dann nicht die Pflicht, wenigstens in vielen zu denken? Als Rolf Hochhuth also zum ersten Mal in der Zeitung las, dass der Chef der Deutschen Bank, Jahreseinkommen 6,95 Millionen Euro, ausgerechnet in dem Jahr, da die Bank einen absoluten Rekordgewinn machte, 11080 Mitarbeiter entlassen wollte, muss er die Nachricht ungefähr so verarbeitet haben: Die Deutsche Bank ist das Unternehmen des Landes, gegründet 1870, also fast gleichzeitig mit dem Deutschen Reich. Das Deutsche Reich ist Bismarcks Gründung, der das Recht auf Arbeit forderte. Nur vier Jahre vorher schrieb der Schweizer Historiker Jacob Burckhardt über den Tyrannenmord: „Es liegt nahe, dass zunächst bei Abwesenheit aller legalen Rechtsmittel, da man Richter in eigener Sache wird, eine Regierung oder ein Individuum die Zernichtung des Gegners unternimmt.“ Also ungefähr wie in Schillers „Wilhelm Tell“. Beide, Burckhardt und Tell, kommen in „McKinsey“ vor. Josef Ackermann ist auch Schweizer. Muss also den „Tell“ kennen. Hitler hat den „Tell“ vorsichtshalber verboten. Und nun wollte die Deutsche Bank Hochhuth verbieten? „Wer so schreibt wie ich, legitimiert den Mord?“, fragt Hochhuth und wirkt jetzt ein wenig erschöpft: „Was für ein Unsinn. Ich legitimiere ihn nicht, ich stelle ihn dar.“

Schlecht getarnter Attentäter

Die Denker des Nächstliegenden können so müde machen. Er wäre, sagt er, doch lieber mit dem Auto gefahren. Aber Rolf Hochhuth kann gar nicht Auto fahren. Nicht nur, dass es ihn abstößt, dass man erst einen Führerschein machen muss – „Hätten die den Führer nicht wenigstens hier weglassen können?“ –, er kann es einfach nicht. Rolf Hochhuths Kapitulation vor der Technik ist total. Die elektrische Schreibmaschine blieb ihm ein Instrument mit sieben Siegeln. Aber er bewundert sein Handy, auch für dessen Eigensinn. 15 Minuten vor Augsburg beschließt der Dramatiker, dass es jetzt Zeit ist, zu schlafen. Er holt ein schwarzes Tuch aus dem Koffer, bindet es sich um den Kopf, sieht aus wie ein schlecht getarnter Attentäter und schläft auf der Stelle ein.

Als Rolf Hochhuth eine halbe Stunde vor seiner Lesung aus dem Hotel tritt, wird klar, dass sein „Ich vergesse wirklich alles“ doch mehr war als Koketterie. Der Zimmerschlüssel ist im Zimmer. Vergessen. Den Mantel auch. Aber die Tür ist jetzt zu. Keine Zeit mehr zum Zurückgehen. Was ich wirklich nicht vertragen kann, ist Hitze, sagt Hochhuth zuversichtlich, als er ohne Mantel und Schlüssel hinaustritt in den Schnee.

Die Lesung im Rahmen einer Brecht-Reihe ist lange geplant. Der Saal ist voll, über 200 Menschen. Hochhuth beginnt mit einem Gedicht über Johann Georg Elser, den Hitler-Attentäter, den „einsamsten Deutschen“. Ein einziger Handelnder unter so vielen Millionen, schon 1938. Bereits in seinem Elser-Essay vor vielen Jahren schrieb Hochhuth den Jacob-Burckhardt-Satz vom „Richter in eigener Sache“. Sein ganzes Vertrauen geht auf den Einzelnen. Das unterscheidet ihn von Politikern. Politiker rechnen mit den Massen, die Literatur rechnet mit dem Einzelnen. Der Dramatiker gewinnt das Augsburger Publikum sofort. Aber er tut nicht, was alle von ihm erwarten. Kein McKinsey-Wort, nichts. Er liest Gedichte, Anekdoten, Erotisches. Hochhuth als Erotiker überrascht alle. Auch hier ist er wie in seinen politischen Stücken. Vor allem genau: „Sie legte ihre linke Hand, die makellos war – wie selten sind Finger das – auf seinen Oberarm.“ Erotik ist eine Frage der Präzision. Und dass man bei einer Hochhuth-Lesung so viel lachen muss, hätte niemand geglaubt.

Ein Gedenkblatt auf Churchill las er auch. Dabei hatte Hochhuth nicht nur mit dem Vatikan oder jetzt mit der Deutschen Bank großen Ärger, sondern auch schon mit England. Und zwar genau wegen Churchill. Hochhuth bewundert Churchill maßlos, vor allem den letzten Satz, bevor er starb: „Es ist alles so langweilig.“ Aber das hinderte ihn nicht zu enthüllen, dass Churchill Sikorski, den Chef der polnischen Exilregierung während des Zweiten Weltkriegs, auf dem Gewissen hat. Der Mann war eine Gefahr für die Ost-West-Allianz gewesen. Fünf Flugzeug-Beinahe-Katastrophen mit britischen VIP-Maschinen hatte er überlebt, die sechste nicht mehr. Die Briten konnten das natürlich nicht so stehen lassen. Hochhuth weiß schon, warum er lange Zeit in der Schweiz wohnte. Die Basler Stadtväter nahmen ihn in Schutz vor dem britischen Urteil.

Dabei ist der große Entlarver Rolf Hochhuth im Grunde reiner Zufall. „Ich habe doch nicht mal Abitur“, antwortet der noch immer Mantellose nachher beim Bier auf die Frage, warum ausgerechnet er immer nur Gasthörer war an Universitäten. Ein Schulabbrecher. Der Sohn des Schuhfabrikanten und Mathematikers Hochhuth hatte einfach keine Lust mehr auf Mathe. „Ich wollte nur eins: schreiben!“ Aber als Buchhandelsgehilfe und Lektor des Bertelsmann-Leserings fand er dazu noch weniger Zeit als in der Schule. Bis er auf die Idee kam, eine große Wilhelm-Busch-Ausgabe zu machen. Der alte Bertelsmann-Chef war einverstanden. Über eine Million Auflage in kürzester Zeit. Da ging der Jung-Lektor noch einmal zum Chef. Hatte er nicht eine Anerkennung verdient? Er bekam drei Monate Urlaub. Er fuhr nach Rom. Am Ende der drei Monate hatte er den „Stellvertreter“ fertig. Hochhuth füllt sein Bier mit Wasser auf. So darf man viel mehr trinken. Otto von Bismarck machte das genauso.

Im ICE zurück nach Berlin, Hochhuth ist schon wieder unterwegs nach Basel, bedient ein einziger fliegender Kellner alle Gäste auf einmal. Einem ist das trotzdem nicht schnell genug. Aber ich bin doch ganz allein, erklärt fassungslos der Kellner und bleibt zum ersten Mal wirklich stehen. Dann lächelt er und sagt: McKinsey war da!

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