Zeitung Heute : Richtigstellung: "Der lange, kurze Atem"

Im Tagesspiegel vom 14. April 2000 verbreiten wir auf S. 3 unter der Überschrift "Der lange, kurze Atem" ein Zitat eines Mitarbeiters der Fa. Siemens, in der Prof. Arndt als Nuklearmediziner bezeichnet wird. Wir stellen dazu fest: Prof. Arndt ist Internist und Arbeitsmediziner und ausgebildeter Strahlenschutzmediziner. Nuklearmediziner ist er nicht.

Wir haben außerdem den Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz, Dr. Sebastian Pflugbeil, zitiert: "Arndt habe nie etwas mit einem Atomunfall zu tun." Soweit damit der Eindruck entstand, Herr Prof. Arndt habe nie irgendetwas mit akut Strahlenverunfallten zu tun gehabt, stellen wir fest: Im Rahmen seiner Tätigkeit für das Staatliche Amt für Atomsicherheit und Strahlenschutz (SAAS) hat Prof. Arndt Patienten mit akuten Strahlenschäden in Folge von Arbeitsunfällen begutachtet.

Wir haben weiter geschrieben, Herr Dr. Pflugbeil habe Herrn Prof. Arndt noch aus DDR-Zeiten gekannt: "Die Männer von der Wismut hassten ihn (nämlich Arndt), weil er nie irgendeinen Zusammenhang zwischen ihren Krankheiten und der Atomkraft gesehen hat; auf seinem Schreibtisch wurden ihre Leiden nicht als Berufskrankheiten eingestuft." Dazu stellen wir fest: Die Begutachtung von Personen, die zum Zeitpunkt der Begutachtung bei der Wismut tätig waren, oblag allein der Arbeitshygiene-Inspektion Wismut. Als Gutachter des SAAS begutachtete Prof. Arndt lediglich alle anderswo tätigen Personen mit berufsbedingten Strahlenschäden. Bezüglich der Personen, die von ihm begutachtet wurden und die zu einem früheren Zeitpunkt bei der Wismut gearbeitet hatten (d. h. eine Wismut-Vorbelastung mitbrachten) und danach in anderen Betrieben strahlenexponiert waren, hat er in über 80 Prozent der Fälle die Anerkennung als Berufskrankheit vorgeschlagen.

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