Zeitung Heute : "Ricky!" soll sich wieder einmal von allen anderen Quasselprogrammen unterscheiden

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Ein Lächeln zieht sich über sein Gesicht, geht von einem Grinsen in ein Strahlen über und - gefriert. Diese Gesichtsstarre kann Ricky Harris, der neue Täglich-Talker von SAT.1, so lange wie gewünscht halten. Der gebürtige US-Amerikaner weiss, wie er seine Talk-Show "Ricky!" zu verkaufen hat. Immerhin verbrachte er die letzten Jahre beim Homeshoppingkanal "Hot", wo er Sportgeräte, Küchenutensilien und andere lebenswichtige Produkte an den Zuschauer brachte. Nun verkauft er die x-te "Ich-mache-mich-öffentlich-lächerlich-und-denke-mir-nichts-dabei"-Sendung des deutschen Fernsehnachmittags. Natürlich ist auch diese Talk-Show wieder anders als alle anderen Gesprächsrunden, die bisher schon vollkommen anders waren. "Ricky!" soll "Hilfestellung leisten, Hoffnung verbreiten, Lösungsmöglichkeiten schaffen". Das klingt wie Werbung einer Versicherungsgesellschaft, ist aber ernst gemeint. Wahrscheinlich hift ihm bei dem Konzept eher sein Besuch einer Waldorfschule als sein Journalismus-Abschluß an einem College. Wenn es in seiner Sendung brenzlig wird, kann der bekennende Stricker (zum Beispiel eines Strampelanzugs für seinen Erstgeborenen) mit seinen Gästen einfach ein Waldorf-Liedchen singen.

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