Rieden : Hühner als Bodenpfleger im Weinberg

Berühmte Weinberge sehen anders aus: Das hier wirkt eher wie eine Hühnerfarm. Doch hinter dem pickenden Geflügel in den Rieden des Stifts Klosterneuburg steckt keineswegs Schlamperei.

Markus Schodl, der Weingartenleiter des Guts, erprobt einen neuen ökologischen Ansatz der Rebbearbeitung. „Weil uns Bodenvitalität und Artenvielfalt im Weingarten wichtig sind, säen wir eine Vielzahl von Kräutern und Gräsern zwischen die Rebzeilen“, sagt er, „allerdings dürfen die Pflanzen nicht zu hoch wachsen, damit sie den Reben keine Nährstoffe entziehen und Krankheiten keinen Nährboden vorfinden.“ Hier kommen die Hühner ins Spiel: Sie lockern den Boden durch ihr Kratzen und Scharren und halten das Beikraut, beispielsweise die wertvollen Schmetterlingsblütler, niedrig. Und sie liefern nebenbei auch wertvollen Dünger. Angenehm: Für die Rebstöcke und deren Trauben interessieren sich die Hühner überhaupt nicht. Wolfgang Hamm, der Leiter des Weinguts, zeigte sich „sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis.

Auch wenn das größte und älteste Weingut Österreichs nicht gleich auf allen Rieden mit Hühnern arbeiteten kann, wird es den Versuch erweitert fortsetzen. Gesucht wird allerdings noch nach einem Hahn, der nicht zu laut und vor allem nicht allzu früh am Morgen kräht. Tsp

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