Zeitung Heute : Risiko zu verkaufen

Der Tagesspiegel

Das Wort des Jahres: Bislang lautet es „Risikoabschirmung“. Vorne spitz, hinten fürsorglich abgerundet, ist es ein Muster dafür, wie ein Wort in harten Zeiten wie diesen aussehen und, vor allem, sich anhören sollte. Risikoabschirmung – das ist eine Art Idealeinheit von Netz und doppeltem Boden, kunstvoll gespannt für all jene, die sich bereits im freien Fall befinden und weit unten blutig aufzuschlagen drohen. Das Berliner Parlament soll die Bankgesellschaft abschirmen – damit hat es angefangen. Bei Leo Kirch ist nichts mehr abzuschirmen, weil es einen Schirm in der nötigen Größe nicht gibt; die Bundesliga, die sich von ihm so proper ernährt hat – die könnte noch gerettet werden, wenn es die Kanzlerkandidaten beide nur ganz doll wollen. Aber reicht das? Wer rettet beispielsweise die Schumachers vor dem Druck der Hypotheken, wenn niemand mehr da ist, der noch in der Lage wäre, ihre Rennen aus sechs frei wählbaren Perspektiven zu übertragen? Mit Original-Auspuffrohren in drei Sprachen? Schlimm aus Berliner Sicht: Nun ist niemand mehr da, der die Rechte an der Straßenfeger-Serie „Gute Banken, schlechte Banken“ teuer kaufen könnte. Wäre ein Hit, ohne Risiko!

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben