Zeitung Heute : "River Cloud II": Ins Wasser gefallen

Siegfried Krause

"Dumm gelaufen" für die Hamburger Sea Cloud Cruises GmbH: Die geplante Taufe und die Jungfernreise der "River Cloud II" auf dem Po müssen verschoben, den Passagieren die Fahrpreise erstattet werden. Außerdem gibt es nun Sonderkonditionen bis zum Ende der Saison auf einem Kreuzfahrtschiff, das nach Angaben der Eigner in dieser Luxus-Ausstattung einmalig ist auf dem italienischen Fluss. Dafür koste die einwöchige Kreuzfahrt spürbar mehr als auf anderen Schiffen, so hieß es - also kein Produkt für die Touristen-Massen, sondern eher etwas für die Betuchten aus Europa und Amerika. Im Pressedienst wird der Preis mit "ab DM 2740" angegeben, einschließlich Transfer zum nächsten Bahnhof oder Flughafen.

Die Reise führt - Po auf, Po ab - von Venedig nach Cremona und umgekehrt. Unterwegs wird mehrmals Station gemacht, zum Beispiel in Ferrara, Verona und Parma. Für den Aufenthalt in Venedig sind in jedem Fall zwei Tage vorgesehen. Mehr als 88 Passagiere sollen nicht gleichzeitig an Bord sein, sonst wäre es ja nicht mehr exklusiv. Mehr hätten allerdings auch kaum Platz. Sie teilen sich 44 Außenkabinen, von denen 13 als so genannte Junior-Suiten etwas mehr Raum bieten als die arg engen Doppel- oder Zweibett-Kabinen. Bestechend ist das mediterrane Flair, das sich überall in der Ausstattung zeigt: lichte Farben, Rundbögen, Marmorbäder beziehungsweise -duschen. Fernseher, Klimaanlage, Telefon, Minibar und Fön darf man auf einem solchen Schiff als selbstverständlich voraussetzen. Dass der Stauraum im Kleiderschrank für viele sehr schmal ausfällt, mag mit den technischen Grenzen zusammenhängen, die die diversen Fluss-Schleusen dem Schiff setzen.

Als das mit viel Vorschusslorbeer bedachte Fluss-Kreuzfahrtschiff, das von der Reederei dem Fünf-Sterne-Bereich zugeordnet wird, jetzt in Grave (Niederlande) von der Werft an die Reederei abgeliefert wurde, musste Geschäftsführer Hermann Ebel den versammelten Journalisten mitteilen, warum die schlanke Schöne verspätet in ihrem Fahrtgebiet ankommen werde. Grund: Das so genannte Condock-Schiff, das den Neubau trockenen Kiels von Rotterdam durch den Ärmelkanal, die Biskaya, die Straße von Gibraltar und die Adria huckepack bis zum Einsatzhafen Venedig transportieren soll, hat sich verspätet. Die ersten Gäste werden nunmehr am 21. Mai in Cremona an Bord gehen und planmäßig am 28. Mai in Venedig anlegen.

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