Zeitung Heute : ROMANVERFILMUNG

Das Bildnis des Dorian Gray

Der britische Regisseur Oliver Parker hat Oscar Wildes einzigen Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ nun für die Generation Multiplex aufgearbeitet und schreckt dabei auch vor HorrorElementen nicht zurück. Mit expressiver Wucht treibt er seinen Helden durch die dunklen Spelunken, Hinterhoftheater und Bordelle Londons. Offensichtlich sollen das „Gothic“-Design und die blutigen Exkurse dazu dienen, ein jüngeres Publikum an den Stoff heranzuführen. Als Fehlgriff erweist sich dabei allerdings die Besetzung von Teenie-Star Ben Barnes, der hübsch, aber charismafrei an der Oberfläche der Figur entlanggleitet. Obwohl Parker seine Anbiederungsversuche an die Zielgruppe übertreibt, bleibt die Wucht der Geschichte erhalten, die über die Abgründe hinter dem Glanz der Schönheit auch im Botox-Zeitalter noch eine Menge zu sagen hat. Zwiespältig. Martin Schwickert

„Das Bildnis des Dorian Gray“, GB 2009, 118 Min., R: Oliver Parker, D: Ben Barnes, Colin Firth

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!