Rooftop : Haus auf Haus

Grün und preisgekrönt: Das Solar-Loft „Rooftop“.

Wände aus Holz. Im Sommer öffnet das Solarhaus seine Fassade. Foto: Team rooftop
Wände aus Holz. Im Sommer öffnet das Solarhaus seine Fassade. Foto: Team rooftop

Energie ist teuer, Wohnraum in Berlin äußerst knapp. Eine Studentengruppe aus Architekten und Technikern will mit einem Super-Solar-Loft den Häusermarkt auf den Kopf stellen.

Für Alessandro Jänicke geht es um nichts weiter als eine kleine Revolution. Er will ein Haus mit Identität bauen. Eines, das erschwinglich ist, die Umwelt schont und Energie klug nutzt. Effiziente und nachhaltige Stadtverdichtung nennt er das im Fachjargon. Aus der Theorie soll nun „ein Haus auf dem Haus“ werden, ausgestattet mit Technik, die Energie spart und die Stadt grüner werden lässt.

Vor rund zwei Jahren entwarf der Architekturstudent Jänicke gemeinsam mit einem Kollegen die erste Skizze für das „Rooftop“. Auf einen typischen Berliner Altbau wollen die beiden einen Dachstuhl bauen, der die Energiekosten des Hauses deutlich senkt und den begrenzten Raum in der Hauptstadt bestmöglich nutzt.

Wenige Monate nach den ersten Entwürfen wird klar, dass die Idee auch bei Experten ankommt – sie wird für den „Solar Decathlon Europe“, einen der wichtigsten internationalen Architekturwettbewerbe, im französischen Versailles zugelassen. Am vergangenen Wochenende fiel die Entscheidung: Die „kleine Revolution“ ist auf dem vierten Platz gelandet. Ein großer Erfolg, auf den das Team sehr stolz sein kann.

Aber zurück zu den Anfängen: Damit das Haus gebaut werden konnte, brauchten die angehenden Architekten Unterstützung. Nach und nach formierte sich ein Team aus UdK- und TU-Studenten, die die Idee ausbauten: Das Haus soll sich an die Jahreszeiten anpassen. Im Sommer öffnet sich die Fassade, im Winter bleibt sie geschlossen, Solarpaneele speichern die Sonnenenergie, die Wände sind aus Holz gebaut. Das Konzept des Hauses funktioniert im Grunde überall. Fürs Erste aber wünscht sich das rooftop-Team, nach dem Wettbewerb einen Platz in Berlin zu finden. Tanja Tricarico

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