Zeitung Heute : RTL will mit neuer Comedy-Serie Kanzler Schröder aufs Korn nehmen

lvt

Erstmals im deutschen Fernsehen wird sich eine Comedyserie nur dem Bundeskanzler und seiner Umgebung widmen. Der Privatsender RTL entwickelt zur Zeit den Sechsteiler "Wie war ich, Doris?", in dem das politische und private Leben von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und seiner Frau Doris auf die Schippe genommen werden soll. "Wir zeigen Schröder im Bett mit Doris und Umweltminister Jürgen Trittin auf der Flucht vor seinen Sponti-Freunden", versprach RTL-Sprecher Frank Rendez am Mittwoch. In Schröders Rolle soll der Komiker Martin Zuhr schlüpfen, der dem TV-Publikum als "TV Kaiser" bekannt ist. An der Seite des 41jährigen wird die Jungschauspielerin Anna Momber (29) die Kanzler-Gattin Doris mimen. Produzent ist die in Köln ansässige Firma Clou Entertainment. Die Comedyserie soll im Herbst ausgestrahlt werden.

Seitens der Bundesregierung wollte man sich am Mittwoch nicht zu dem Projekt äußern. Eine Sprecherin sagte lediglich, man habe von der Serie bisher keine Kenntnis gehabt und wolle abwarten, was daraus werde. Eine Stellungnahme Gerhard Schröders sei frühestens zu erwarten, nachdem die erste Sendung gezeigt worden sein wird.

Produzent Rüdiger Jung, Geschäftsführer von Clou Entertainment, sagte, dass es sich bei der Serie um ein Spiegelbild der Machtverhältnisse im Kabinett handele. So würden die Ereignisse der ersten Monate der neuen Regierung eingearbeitet. Ausschlaggebend für die Serie sei auch gewesen, daß mit Schröder der erste "Medienkanzler" sein Amt angetreten habe. "Wir sind nicht böswillig", sagte Jung. Rivalitäten zwischen der First Lady Doris Schröder-Köpf und der Lafontaine-Gattin Christa Müller würden ebenso ein Thema sein wie der Kampf des Bundeskanzlers mit überschüssigen Pfunden. "Da ist richtig Potential drin. Stoff über die Mächtigen ist reichlich vorhanden", meinte der RTL-Sprecher. Auch weitere Kabinettsmitglieder sowie Vertreter der Opposition wie Angela Merkel und Ex-Kanzler Kohl sollen eine Rolle spielen. Nur eine Sorge plagt die Macher: "Wir hoffen, dass die Regierung so lange hält."

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