Zeitung Heute : Rückblick: Überraschungen blieben bisher aus

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Die erste Runde der hauptamtlichen Bürgermeister-Wahlen hatte bereits am 11.November des vergangenen Jahres stattgefunden. Dabei waren – von wenigen Ausnahmen abgesehen – größere Überraschungen ausgeblieben. Nach den in vielen Orten notwendigen Stichwahlen stellte die SPD 16 der 43 hauptamtlichen Bürgermeister – fünf weniger als vorher, die CDU wurde mit fünf statt bisher sieben Stadtoberhäuptern sogar von der FDP (6 statt bisher 5) ü berrundet. Außerdem setzten sich insgesamt acht Einzelbewerber durch.

Als großer Gewinner durfte sich die PDS fühlen, die der SPD in fünf Rathäusern die Bürgermeister-Posten abnahm und danach in sieben statt bisher in zwei Städten regierte. PDS-Landeschef Ralf Christoffers sprach damals von einem „kommunalpolitischen Durchbruch“, während SPD-Landeschef Matthias Platzeck schmerzhafte Verluste seiner Partei beklagte, aber auch darauf hinwies, dass die Sozialdemokraten ihr Wahlziel erreicht hätten und stärkste politische Kraft in Brandenburg geblieben seien.

Erstaunen hatte in der ersten Wahlrunde unter anderem die Abwahl des SPD-Bürgermeisters Gottfried Hain in der Grenzstadt Guben ausgelöst, dem die Einwohner vorwarfen, sich „zu viel um Polen und Ausländer zu kümmern“. Bei den Stichwahlen sorgten die PDS-Erfolge in Prenzlau und Königs Wusterhausen für Aufsehen.

Wahlbeobachter vermuteten, dass die PDS generell auch von der geringen Wahlbeteiligung (Landesdurchschnitt 44,4 Prozent) profitiert hat – ein Joker, auf den sie auch gestern hoffen konnte. Schon nach der ersten Runde hatten die Linkssozialisten angekündigt, besonders intensiv um die frühere NVA-Hochburg Strausberg und die Stadt Rathenow zu kämpfen. Bislang stellte die PDS in keiner der 23 Städte, die gestern ihre Bürgermeister wählten, die Bürgermeister. Gestern trat sie immerhin mit 15 Bewerbern an. Die SPD schickte nach Angaben des Landeswahlleiters 21 Kandidaten, die CDU 19 und die FDP 6 ins Rennen. Die Grünen stellten nur drei Bewerber auf. Sandra Dassler

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