Zeitung Heute : Ruhe vor dem großen Wechsel

Die Fahrpläne bleiben ein letztes Mal in ihrer gewohnten Fassung, denn ab 2006 wird der Hauptbahnhof in Betrieb gehen. Dann endet die fernbahnliche Zweiteilung der Stadt. Erstmals kreuzen sich alle Linien in einem Zentralbahnhof

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Von Ingo Wolff Stilles Verharren bei der Deutschen Bahn. Denn im kommenden Jahr wird es massive Veränderungen im Berliner Fernverkehr geben. Schuld ist nicht die FußballWM in Deutschland, sondern ein neues Konzept, an dem die Deutsche Bahn seit mehr als einem Jahrzehnt baut. Im Jahr 2006 wird der neue Berliner Hauptbahnhof im Regierungsviertel eröffnet. Erstmals kreuzen sich dann alle in Berlin ankommenden Fernbahnlinien in einem zentralen Bahnhof.

Während die Deutsche Bahn aktuell wieder überlegt den alten Namenszusatz „Lehrter Bahnhof“ aus dem schönen Bild des größten Kreuzungsbahnhofs Europas zu entfernen, um die Tausenden ankommenden Reisen nicht zu verwirren (oder vermeindlich zuviel Berliner Provinzialität zu zeigen), nimmt der neue Bahnhofsbau nun auch oberirdisch immer deutlichere Formen an. Dieser Tage werden die Türme für den Glasbauaufsatz errichtet und den zahlreichen Frühlingsbummelnden auf den neuen Wegen um den entstehenden Bahnhof bietet sich bereits eine recht konkretes Bild von den Ausmaßen dieses neuen Zentralbahnhofs.

Doch bis zur Eröffnung des Fernbahnhofs – die S-Bahn fährt ja schließlich schon lange dorthin – bleibt es bei der bisherigen Aufteilung der Zugabfahrten von Lichtenberg, Zoo und Ostbahnhof.

Ein letztes Mal wird die Fahrplanbeilage des Tagesspiegels diesem Konzept gerecht werden. Schon mit dem Winterfahrplan denken wir über eine neue Aufbereitung der Fahrpläne nach. Der Zuspruch der Leser zu der Aufteilung nach Bahnhöfen hat uns jedoch ermutigt, dies auch in Zukunft in Erwägung zu ziehen. Selbst wenn es einige unzufriedene Bahnfahrer gibt, die bei der Suche nach dem richtigen Zug nicht auf einen Bahnhof festgelegt sind.

Das was die Bahn noch vor sich hat, wurde von der BVG bereits bewältigt. Die gravierende Umstellung ihres Verkehrskonzepts hat sich nach einigen Akzeptanzproblemen zu Beginn, relativ geräuschlos weiterentwickelt. Die BVG hat für den Sommer nichts massives an ihren Fahrplänen verändert. Auch hier wartet man bis zum Winter, um die Zeiten an die Verkehrsströme anzupassen. Die BVG hat nach dem Relaunch ihres Konzepts allerdings auf Protest etlicher Fahrgäste kleine Veränderungen an ihrem neuen Metro-System vorgenommen. Einige für das neue Konzept geopferte Strecken wurden wie die Buslinie 348 wieder in das Programm genommen.

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