Zeitung Heute : Rundum größer und besser

Ingo von Dahlern

Das Gesicht ist unverkennbar - relativ hoch sitzende große und kreisrunde Scheinwerfer und dazu ein Kühler mit sieben vertikalen Luftschlitzen. Dieses Auto kann nur ein Jeep sein. Es ist der Neueste - der neue Cherokee, der an diesem Wochenende erstmals bei den deutschen Händlern steht. Ungewohnt kompakt wirkt er. Doch die knubbelige Front täuscht. Er ist allenfalls optisch kleiner als der kantige Vorgänger, den er in allen Maßen erheblich übertrifft. In der Länge mit 4,50 Meter und in der Höhe mit 1,87 Meter jeweils um gut 24 Zentimeter. Das sind ganz neue Proportionen für das 1,82 Meter breite Auto mit seinem Radstand von 2,65 Meter, das damit sehr viel mehr Platz bietet und in dem man sehr viel höher und aufrechter sitzt. Dazu gibt es ungewohnt viel Kopffreiheit und eine ausgezeichnete Sicht rundum. Und ein sorgfältig gestaltetes Interieur mit hochwertigen Oberflächen und ein Instrumentenbrett mit beigefarbenen Rundinstrumenten - sehr robust und zugleich sehr edel, was dieses Auto bietet.

Diese Kombination ist Programm. Denn vor allem in der zweifarbigen Sport-Version mit den in Grau gehaltenen Stoßfängern, Seitenschutzleisten und Kotflügelverbreiterungen lässt der robuste Allradler erkennen, dass er auch für schweres Gelände gemacht ist. Stellt man ihn dort auf die Probe, ist man schnell überzeugt, dass dieses Auto keine Straßen braucht und selbst anspruchsvollste Geländepassagen zu seinen normalen Übungen gehören. Mit der zweiten monochromen Ausstattung Limited unterstreicht er zugleich den Anspruch, ein eleganter Personenwagen für normale Straßen zu sein. Und auch hier überzeugt er - nein, überrascht er. Denn wer den etwas ruppigen Vorgänger kennt, stellt nun erfreut fest, dass dieses Auto beim Fahrkomfort auf ausgebauten Straßen enorm zugelegt hat.

Kein Wunder, wenn man sich die Technik des neuen Cherokee genauer ansieht. Schließlich hat er ein völlig neues Fahrwerk mit vorn einzeln aufgehängten Rädern, einer hinteren Starrachse mit drei Aufhängungspunkten, Schraubenfedern für jedes Rad und einer neu entwickelten und bei Jeep erstmals eingesetzten Zahnstangenlenkung. Dieses anspruchsvolle Fahrwerk erlaubt ein verblüffend präzises Handling auf der Straße und bietet viel Fahrsicherheit selbst bei zügiger Kurvenfahrt. Und all das wurde erreicht, ohne dass man Abstriche bei der Geländetauglichkeit machen musste - Kompliment an die Entwickler.

Neu ist aber nicht nur das Fahrwerk, zu dem auch ein erheblich verbessertes und verstärktes Bremssystem mit ABS und elektronischer Bremskraftverteilung gehört. Denn ganz neu sind auch die insgesamt drei Motoren des Cherokee. Auf den kleinsten, einen 2,4-Liter-Vierventil-Vierzylinder-Benziner mit einer Leistung von 110 kW (150 PS) muss man allerdings noch ein wenig warten, er kommt erst im nächsten Jahr. An den Start geht der neue Cherokee bei uns zum einen mit einem ganz neu entwickelten 3,7-Liter-V6-Benziner, der mit 155 kW (210 PS) zwar kleiner aber zugleich leistungsstärker als sein Vorgänger ist. Das technisch mit dem 4,7-Liter-V8 des Grand Cherokee verwandte Triebwerk mit einer Ausgleichswelle ist mit einer sanft und präzise schaltenden Viergang-Automatik kombiniert. Es überzeugt durch souveräne Kraftentfaltung, lässt den immerhin knapp zwei Tonnen schweren Cherokee binnen 10,8 Sekunden Tempo 100 und maximal 180 km/h erreichen - verbraucht im Durchschnitt aber auch 14,6 l/100 km. Mit nur 9,0 l viel sparsamer ist der 2.5 CRD. Denn sein 105 kW (142 PS) leistender 2,5-Liter-Vierzylinder ist ein moderner direkt einspritzender Turbodiesel mit Common-Rail-Hochdruckeinspritzung, der den Cherokee binnen 13,5 Sekunden Tempo 100 und maximal 170 km/h erreichen lässt und ihn damit um vieles agiler macht als den Vorgänger.

Von 25 550 Euro (49 971 DM) für den Sport 2.4 über 30 600 Euro (59 848 DM) für den Sport 2.5 CRD bis zu 35 600 Euro (69 628 DM) für den Limited 3.7 reichen die Preise des neuen Cherokee, der bei seiner Komfort- und Sicherheitsausstattung keinen Wunsch offen lässt.

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