SAISONAUFTAKTPotsdamer Hofkonzerte Sanssouci : In Briefen verbunden

Antje Horn-Conrad

„Ich schaudere bei der Vorstellung, was aus mir geworden wäre, wenn mich das Schicksal nicht mit Ihnen zusammengeführt hätte“, schrieb Peter Tschaikowski an seine Mäzenin Nadeshda von Meck, jener Frau, die es ihm durch Auftragskompositionen und eine jährliche Apanage von 6000 Rubeln ermöglichte, sich ohne finanzielle Not der Musik zu widmen. Kein einziges Wort haben die beiden je miteinander gesprochen und sich auch nur einmal kurz aus der Ferne erblickt. Doch ihre mehr als tausend Briefe zeugen von großer gedanklicher Nähe und tief empfundener Freundschaft.

Zur Eröffnung der 18. Saison der Potsdamer Hofkonzerte Sanssouci lesen die Schauspieler Esther Schweins und Hanns Zischler (Foto) aus diesem 14 Jahre währenden Briefwechsel des Komponisten und seiner Förderin. Dazu spielt die aus Japan stammende Pianistin Hideyo Harada Ausschnitte aus Tschaikowskis Klavierzyklus „Die Jahreszeiten“, darunter den Karneval im Februar, die Schneeglöckchen des Frühjahrs, die sommerliche Barkarole und die Troikafahrt durch den November.

Zur Einstimmung auf das Programm im Schlosstheater laden die Hofkonzerte bereits am Nachmittag zu einem Spaziergang in die russische Kolonie Alexandrowka ein. Friedrich Wilhelm III. hatte sie in Erinnerung an die Freundschaft mit Alexander I. errichten lassen. Die letzten zwölf Sänger des Soldatenchores, die der Zar dem König überlassen hatte, sollten sich hier wie zu Hause fühlen. Der Spaziergang führt durch das Dorf, zur russisch-orthodoxen Kirche und in ein inzwischen von Potsdamern bewohntes Privathaus. Antje Horn-Conrad

Schlosstheater, Fr 23.5., 19.30 Uhr, 13 bis 25 €,

Führung: Russische Kolonie Alexandrowka, 16 Uhr

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