SALONKONZERTChristine Wolff singt Lieder von Eduard Lassen : In alten Noten geblättert

Klaus Büstrin

Die Musikwelt hatte ihn einst für unsterblich gehalten, doch heute ist Eduard Lassen (1830-1904) nahezu unbekannt. Der belgische Dirigent, Zeitgenosse und Freund von Franz Liszt und Richard Wagner, war vierzig Jahre Generalmusikdirektor am Theater Weimar und komponierte in dieser Zeit eine Reihe von Opern, Orchesterwerken, Kantaten und an die 270 Lieder. „Etwas süßlichen Geschmacks“, befand Thomas Mann über den Musiker Lassen, „der es aber in Verbindung mit Heine zu einer sensitiven Ironie des Ausdrucks bringt, die mir unvergesslich ist. Man versuche wieder einmal seine Kompositionen.“

Die Potsdamer Sopranistin Christine Wolff folgt Manns Empfehlung und singt nun Lassens romantische Lieder in einem Salonkonzert. Beim Stöbern in Antiquariaten waren ihr die Lieder in die Hände gefallen. „Sie haben ein gewisses Sentiment ohne kitschig zu sein“, findet Christine Wolff. „Eine interessante Synthese aus Volks- und Kunstlied, im besten Sinne unterhaltend.“ Die Klavierbegleitung war absichtlich so gesetzt, dass sich Musikliebhaber selbst begleiten konnten und genug Raum für Improvisation blieb. Der Klaviersatz kann und darf variiert werden. Im Konzert übernimmt diesen Part die in Potsdam lebende Pianistin Anastasia Monzina- Braun.

Eduard Lassen war es wichtig, die Gattung Kunstlied nicht nur einem elitären Publikum darzubieten. Insofern ist die Urania für das Konzert ein gut gewählter Ort. Christine Wolff will dort Salonatmosphäre schaffen und wird also nicht nur singen, sondern über Lassens Lieder und deren Geschichten auch ein wenig plaudern. Klaus Büstrin

Urania, Fr 15.2., 19 Uhr, 10/12 €

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