SAMMLUNG„Von Beckmann bis Warhol“ : Kunst am Arbeitsplatz

Ein Beckmann überm Schreibtisch gefällig? Ein Kirchner, ein Nolde, ein Pechstein? Das ist kein Witz, unter diesem Motto wurde die Firmenkunstsammlung des Industriekonzerns Bayer zu Beginn des 20. Jarhunderts ins Leben gerufen. Das Ziel sei nicht gewesen, eine Sammlung aufzubauen, sondern Kunst am Arbeitsplatz zu bieten, was damals noch eine sehr einzigartige Idee war.

Ein Gemälde wie das Stillleben „Glockenblume vor Maske“ (Abb.) von Karl Schmidt-Rottluff sollte Neugierde wecken, zum Gespräch anregen und für unkonventionelle Denkanstöße sorgen. Freilich diente es den Industriebaronen auch zur gesellschaftlichen Distinktion. Der erste Bayer-Generaldirektor Carl Duisberg soll eher einen konservativen Kunstgeschmack besessen haben, trotzdem ließ er sich unter anderem vom progressiven Max Liebermann porträtieren. Die Werke der Expressionisten waren damals noch keine Millionen wert wie heute, auch die Grafiken, Aquarelle und Zeichnungen aus der Pariser Kunstszene von Georges Braque oder Pablo Picasso, die nach dem Krieg in die Sammlung kamen, dürften auf dem Kunstmarkt noch moderat gehandelt worden sein. Heute bilden die etwa 2000 Werke der Sammlung einen Querschnitt durch die Kunstgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Anlässlich des 150. Firmenjubiläums werden die wichtigsten Gemälde jetzt erstmals außerhalb von Leverkusen gezeigt. Neben Werken von amerikanischen Künstlern wie David Hockney, Sam Francis oder Andy Warhol sind auch Zeichnungen von Gerhard Richter oder Martin Kippenberger dabei sowie aktuelle Kunst aus den letzten fünf Jahren. Birgit Rieger

Martin-Gropius-Bau, bis So 9.6., Mi-Mo 10-19 Uhr, 9 €, erm. 6 €

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