Zeitung Heute : Sarrazin spielt mit falschen Zahlen

Der Tagesspiegel

Der Finanzsenator hat gegenüber dem Landessportbund zugegeben, falsche Zahlen für den Sport publik gemacht zu haben. Im Internet hatte die Finanzverwaltung die Sportausgaben mit 128 Euro pro Einwohner beziffert. Die Zahl sei aufgrund eines „bedauerlichen Versehens" zustande gekommen. In Wahrheit betrage die Zahl lediglich 31 Euro. Der Finanzsenator hatte fälschlicherweise die Zuschüsse für „Erholung“ dem Sport zugerechnet. Für Peter Hanisch, den Vorsitzenden des Landessportbundes, sollte so „gezielt der falsche Eindruck einer übertrieben üppigen Sportförderung erweckt werden".

Hintergrund des Streits sind weitere Sparmaßnahmen für den Sport. Von den im Haushalt festgeschriebenen 10 Millionen Euro für die Sportförderung sollen nun 1,8 Millionen für zwei Großveranstaltungen in Berlin, die Schwimm-EM und die Volleyball-WM der Frauen, abgezweigt werden. Anders als in diesem Jahr hatte der Senat in der Vergangenheit für Veranstaltungen dieser Art einen eigenen Etat eingeplant. Hanisch nannte dieses Vorgehen einen „perfiden Schachzug". Von dem Wegfall fast eines Fünftels der Gesamtförderung sei vor allem der Jugendbereich und der Leistungssport betroffen, so Hanisch. mos

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