Zeitung Heute : Schätzchen mit Lätzchen Esther Kogelboom über den Einheitslook der Ersatzspieler

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Auf der Ersatzbank sitzen ist echt nicht leicht – entweder die Kollegen auf dem Platz sind super, aber man selbst kann nicht am Erfolg teilhaben, oder sie sind schlecht und man würde gerne alles geben, um sie zu unterstützen. Zu allem Überfluss gehört es zum traurigen Schicksal eines Auswechselspielers, dieses hochgradig anti-modische Lätzchen in Orange überstreifen zu müssen.

Wer diese oder ähnliche Lätzchen normalerweise trägt: Leute, die am Flughafen das Gepäck in den Flugzeugbauch laden; Leute, die in einem Fisch-Restaurant den größten Lobster bestellen; Angestellte der Berliner Stadtreinigungsbetriebe; niederländische Parkwächter; Angestellte einer Autobahnmeisterei; Guantanamo-Häftlinge und – glaubt man historischen Bildquellen aus den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts – auch Besucher der „Love Parade“.

Die Fifa will die Männer auf der Ersatzbank mit diesem infantilen Kleidungsstück offenbar schwächen, vorführen – denn ansonsten haben sie einfach keinen Sinn. Weder läuft man Gefahr, die Wartenden nicht zuordnen zu können, noch besteht Grund zu der Sorge, man könne sie bei plötzlich einbrechender Dunkelheit nicht mehr finden, schon gar nicht zur Sommersonnenwende.

Diese Lätzchen sind leuchtende Beispiele für die Willkürherrschaft der Fifa.

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