Zeitung Heute : Schlachten in Zinn

Der Tagesspiegel

Preußen ist untergegangen. Unsere Serie zeigt, wo der Name noch lebendig ist.

„So schnell schießen die Preußen nicht“, sagt eine betont freundliche Stimme in der Telefonschleife, wenn man das Preußische Bücherkabinett anruft. Zumindest in vielen der über 7000 Bücher wird aber vom Schießen erzählt und darüber, welche Schachzüge über historische Schlachten entschieden haben. Die Bestseller und antiquarischen Bände des Bücherkabinetts handeln jedoch nicht nur von Gewehren, Kanonen und preußischen Geschichten, sondern sind vor allem Fachliteratur zur Entwicklung des Militärs oder zu politischen Ereignissen. Das eigentliche Herzstück des Ladens in der Knesebeckstraße 88 freilich ist die Verkaufsausstellung von Zinnfiguren. 1934 begann der Firmengründer Werner Scholtz, kulturhistorische Zinnfiguren herauszubringen. Bekannt geworden sind die Serien über die Zeit Friedrichs des Großen und des Siebenjährigen Krieges. Zusammen mit Historikern feilte Scholtz lange am Aussehen seiner „Berliner Zinnfiguren“, die bis ins kleinste Detail der historischen Vorlage ähneln sollten. Bis heute hat sich der Prozess des Zinngießens nicht verändert. Traditionell bestehen die Gießformen aus Schieferstein und werden in Handarbeit ausgegossen. krau

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