Zeitung Heute : Schlagende Argumente

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Was wird heute wichtig?

Prozess wegen „Kanzlerohrfeige“ : 14 Wochen nach der OhrfeigenAttacke auf Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) soll sich der Täter am heutigen Freitag um 13 Uhr 15 vor dem Amtsgericht Mannheim verantworten. Dem arbeitslosen Lehrer Jens Ammoser wird Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen. Der 52-Jährige hatte Schröder am 18. Mai 2004 im Mannheimer Kongresszentrum bei einem Empfang für SPD-Neumitglieder mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen.

Das Gericht will noch am Freitag ein Urteil sprechen. Zweifel an der Beibehaltung des Verhandlungstermins waren aufgekommen, nachdem der Anwalt des Angeklagten wenige Tage vor der Verhandlung sein Mandat niedergelegt hatte. Die Hintergründe für diesen Schritt blieben unklar.

Gerichtssprecher Helmut Bauer wies darauf hin, dass in dem Verfahren nicht unbedingt ein Anwalt notwendig sei. Ammoser könne sich entweder selbst verteidigen oder einen anderen Anwalt mit dem Mandat beauftragen. Der arbeitslose Lehrer hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder am 18. Mai auf einem Empfang für neue SPD-Mitglieder in Mannheim geohrfeigt. Der erste Verhandlungstermin Ende Mai war vom Amtsgericht überraschend abgesagt worden. Ursprünglich sollte Ammoser bereits Ende Mai in einem „beschleunigten Verfahren“ vor Gericht gestellt werden. Damals war die Verhandlung jedoch kurzfristig geplatzt, weil der 52-Jährige überraschend einen Rechtsanwalt eingeschaltet hatte, der zunächst Zeit brauchte, sich in den Fall einzuarbeiten. In der Folge wurde statt des Schnellverfahrens ein normales Strafverfahren eingeleitet.

Zu seiner Ohrfeigen-Attacke hatte der Angeklagte die Aussage verweigert. In Interviews gab er jedoch an, aus Verärgerung über die Regierungspolitik gehandelt zu haben. Ammoser lebt bei Freiburg. Er war im Februar in die SPD eingetreten und wurde nach der Ohrfeige aus der Partei ausgeschlossen. Trotzdem kandidierte er bei den Kommunalwahlen am 13. Juni auf der SPD-Liste für den Kreistag Breisgau- Hochschwarzwald. Ammoser errang aber kein Mandat und verpasste somit den Einzug in den Kreistag des Landkreises. Tsp/ddp

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