Zeitung Heute : Schlecht gewordene Sterne

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Was wird heute wichtig?

Wunschlos Glückliche wird es nicht interessieren. Für alle anderen gilt: Wachbleiben. Denn ab heute Nacht beginnt die Zeit der Sternschnuppen, und bekanntlich gehen die Wünsche derjenigen in Erfüllung, die sie sehen. „In den Nächten bis zu Donnerstag erwarten wir mehr als 100 Sternschnuppen pro Stunde“, sagt der Präsident der internationalen MeteorOrganisation, Jürgen Rendtel. Da die Erdbahn durch den Meteoritenstrom der Perseiden führt – ein vom Kometen Swift-Tuttle aufgewirbelter Staubschweif – kommt es jedes Jahr Mitte August zu dieser spektakulären Häufung von Sternschnuppen. In diesem Jahr rechnen Forscher mit einer ganz besonders hohen Aktivität der Perseiden. Um die glitzernden Streifen am Himmel ranken sich viele Legenden. In der Oberpfalz heißt es, mit Sternschnuppen fielen angekohlte Dochte zur Erde, die Engel beim Putzen der Sterne fallen lassen. Jenseits allen Aberglaubens wissen Forscher seit 200 Jahren, was sich hinter dem sagenumwobenen Himmelsspektakel verbirgt. 1794 hat Ernst Friedrich Florens Chladni in Halle erstmals nachgewiesen, dass Meteore aus dem Weltraum kommen. Bis dahin sahen viele Forscher in Sternschnuppen lediglich eine Ausdünstung der irdischen Atmosphäre. Günstig für die Beobachtung sind ein klarer Himmel, absolute Dunkelheit und wenig Fremdlichteinwirkung. Sternschnuppen sind nur wenige Mikrometer große Staubteilchen. Sobald sie mit etwa 100000 Stundenkilometern in die Erdatmosphäre eindringen, setzen sie so viel Energie frei, dass sie verglühen. Bei größeren Staubteilchen kann es auch vorkommen, dass Reste auf der Erde landen. Das passt zu dem, was Huckleberry Finn in „Tom Sawyer“ über Sternschnuppen denkt – sie seien schlecht gewordene Sterne, die Gott auf die Erde zurückwirft. Tsp

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