Zeitung Heute : Schmattes, Tip, Bakschisch – wie viel gibt man?

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Die Gehälter sind niedrig und Trinkgelder – „tips“ – eine wichtige Einkommensquelle. So erwarten Kellner 15 bis 25 Prozent des Rechnungsbetrages. Aber Achtung: In manchen Restaurants werden diese bereits mit auf die Rechnung gesetzt. Also genau hingucken. Die übliche Form: das Trinkgeld auf den Tisch legen. Oder im KreditkartenFormular in die Rubrik „tip" eintragen.

Frankreich: 12 bis 15 Prozent. In Rechnungen von Restaurants und Bars ist ein Bedienungsgeld in Höhe von etwa 12 bis 15 Prozent oft schon enthalten, in Cafés ist es üblich, ein paar Münzen – „le pourboire“ – auf dem Tisch liegen zu lassen. Platzanweiser, Gepäckträger, Hotelpagen, Garderoben- und Toilettenpersonal, Friseure und Kosmetikerinnen erhalten Trinkgeld. Taxifahrer dagegen erwarten keins, sagt Christelle Goarnisson von der Französischen Botschaft. Sie sagt auch: Die Deutschen sind großzügiger mit Trinkgeldern als die Franzosen.

Marokk o. 10 bis 15 Prozent. In Marokko heißt das Trinkgeld ebenfalls „pourboire“. Dort werden im Restaurant 10 bis 15 Prozent des Rechnungsbetrages automatisch für Service aufgeschlagen. Im Taxi kein Trinkgeld geben.

Türkei: 10 Prozent . In den Restaurants und Hotels ist die Bedienung generell inbegriffen (servis dahil). Weil der Bedienungsanteil aber meistens in der Tasche des Wirtes landet und viele Kellner vom Trinkgeld leben, sollte man zehn Prozent des Rechnungsbetrages persönlich überreichen. Taxifahrer hingegen bekommen keins, auch wenn sie das von Ausländern manchmal zu erwarten scheinen. Beim Taxifahren runden Türken die Summe ab.

Österreich: 10 Prozent. Bei guter Bedienung bedankt man sich mit einem „Schmattes“ in Höhe von bis zu zehn Prozent, sagt Georg Schnetzer von der Österreichischen Botschaft. In die Hand geben oder auf den Tisch legen.

Spanien: 5 bis 10 Prozent. In ländlicheren Gegenden ist der Service meist stillschweigend im Preis enthalten, man fügt aber fünf bis zehn Prozent hinzu, wenn man zufrieden war. In Touristengegenden rechnen Kellner mit den in Deutschland üblichen zehn Prozent des Rechnungsbetrages.

Griechenland: 5 Prozent, mindestens. Der Grieche gibt fast jedem Trinkgeld, meistens nicht weniger als einen Euro. In Tavernen und Hotels legt man es entweder auf den Tisch oder drückt es in die Hand. Im Restaurant sind etwa zehn Prozent des Rechnungsbetrages als Trinkgeld üblich, sagt Sofia Andrikaki von der Griechischen Botschaft.

Ägypten: Um die 20 Cent. Das Land der kleinen Trinkgelder: Umgerechnet 10 bis 25 Cent in Cafés oder für kleine Handreichungen sind üblich. Wer aber schon für eine bloße Auskunft die Geldbörse zückt, beleidigt die Einheimischen. Bei Tauchkreuzfahrten wäre es höflich, 15 bis 25 Euro pro Woche zu spenden, als Dankeschön für die gesamte Schiffsbesatzung. Im Restaurant sollte man etwa acht Prozent des Rechnungsbetrages für den Service einkalkulieren, sagt Baher Malek Baher, Direktor des Ägyptischen Fremdenverkehrsamtes.

Japan/China: keins bis wenig. Trinkgeld ist eher unüblich, manchmal wird es sogar noch als Beleidigung aufgefasst. In großen Hotels hat sich das zwar geändert – hier herrscht mittlerweile der europäische Standard – trotzdem sollte man Trinkgeld immer diskret und nie vor den Augen anderer überreichen. Der Hausdame eines „Ryokan“, eines traditionellen japanischen Gästehauses, kann man bei Anreise einen Umschlag mit etwa 5000 Yen überreichen. Und: Ein kleines Geschenk kommt oft besser an als Geld.

Skandinavien und Länder der ehemaligen Sowjetunion: keins . Nur in Moskau-City kennt man den westeuropäischen Brauch mittlerweile. Aber sonst ist Trinkgeld unüblich und verwirrt Kellner oder Taxifahrer eher.mle/no

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