Zeitung Heute : Schmökel-Prozess verzögert sich

Der Tagesspiegel

Frankfurt (Oder). Der mehrfach aus dem Maßregelvollzug geflohene Schwerverbrecher Frank Schmökel muss sich frühestens im Herbst wegen Mordes vor Gericht verantworten. Der 39-Jährige mehrfach verurteilte Kinderschänder soll noch einmal psychiatrisch begutachtet werden, teilte das Landgericht Frankfurt (Oder) am Freitag mit. Es geht um die Frage, ob der Angeklagte schuldfähig ist. In diesem Fall müsste er mit einer Unterbringung im Gefängnis rechnen.

Schmökel war im Oktober 2000 bei einem Ausgang aus dem Maßregelvollzug Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) geflüchtet. Er hatte bei einem Besuch seiner Mutter zwei Pfleger niedergestochen. Die Mutter verletzte er ebenfalls schwer. Auf der Flucht erschlug er nach eigenem Geständnis einen Datschenbesitzer in Strausberg. Die Staatsanwaltschaft hatte im Dezember Anklage erhoben. Sie legt Schmökel versuchten Mord in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge sowie versuchten Totschlag in drei Fällen und gefährliche Körperverletzung zur Last. Das Gerichtsverfahren hat die Dritte Große Strafkammer in Frankfurt (Oder) noch nicht eröffnet. Die Verteidigung hatte im Dezember angekündigt, sie wolle einen neuen psychiatrischen Gutachter beantragen. Schmökel hat im Vorfeld der Anklage mit der von der Staatsanwaltschaft beauftragten Gutachterin weder zur Person noch zu den Tatvorwürfen gesprochen.

Schmökel fühle sich von einer Gutachterin nicht richtig verstanden, begründete sein Verteidiger. Nach Aktenstudium kam die Berliner Expertin zum Schluss, dass der Sexualtäter auf der Flucht aus dem Maßregelvollzug voll schuldfähig war. In früheren Gutachten über den an einer schweren Persönlichkeitsstörung Leidenden wurde eine verminderte Schuldfähigkeit festgestellt. dpa

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben