Zeitung Heute : Schmuck für 10.000 DM im Nachttisch des Hotelzimmers - das ist grobe Fahrlässigkeit

W. B.

Schmuck weg. Wer Schmuck im Wert von 10 000 Mark mit auf eine Ferienreise nimmt und diesen lediglich in der Schublade des Nachttisches im Hotel aufbewahrt, obwohl die Zimmertür nur durch ein einfaches, mit "Dietrich" leicht zu öffnendes, Schloss gesichert war, der hat bei Diebstahl keinen Anspruch auf Ersatz aus seiner Reisegepäckversicherung. Sie kann ihm zu Recht grobe Fahrlässigkeit vorwerfen. Wertsachen gehören, so auch der Hinweis in den meisten Hotelzimmern, in den Safe des Hauses. (Landgericht Wuppertal, Aktenzeichen 7 O 391/80)

Gekündigt. Ist einem Reiseveranstalter (hier: auf Gran Canaria) der Pachtvertrag von den Betreibern einer Bungalow-Anlage gekündigt worden, geht er jedoch davon aus, die Kündigung sei unwirksam und vermietet die Bungalows weiterhin, so hat er Urlaubern, die die Reise auf Grund des "aktuellen" Katalogs gebucht haben, Schadenersatz zu leisten, wenn sie den Urlaub nicht antreten können, weil ein spanisches Gericht die Kündigung für wirksam erklärte. Er hätte sich besser informieren müssen. (Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, Aktenzeichen 3 U 173/98)

Umquartiert. So mancher hat es schon erfahren müssen: Noch vor Urlaubsbeginn teilt ihm der Veranstalter mit, er werde in einem anderen, selbstverständlich "gleichwertigen", Hotel als dem gebuchten untergebracht. Erfährt ein Urlauber von seinem Reiseveranstalter jedoch erst kurz (hier: vier Tage) vor Reiseantritt, dass er sich nun doch nicht auf den Pool seines Stammhotels freuen kann, so darf er auch dann den Reisepreis nachträglich mindern (hier: um 15 Prozent), wenn er der Verlegung zunächst zugestimmt hatte. Argument des Reisenden: Er habe nur zugestimmt, um sicherzustellen, dass er an der Reise überhaupt teilnehmen konnte. (Amtsgericht Kleve, Aktenzeichen 28 C 318/98)

Versäumt. Meldet eine Urlauberin den Diebstahl ihres Tauchrucksacks nicht unverzüglich der örtlichen Polizeidienststelle im Ausland, obwohl sie vor dem Heimflug genügend Zeit dazu gehabt hätte, so kann ihre Reisegepäckversicherung die Zahlung wegen Obliegenheitsverletzung verweigern, da "sie die Angaben über den Schaden nicht umfassend prüfen konnte". (Amtsgericht Köln, Aktenzeichen 118 C 109/99)

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