Zeitung Heute : „Schnell gestrickt, aber effektiv“

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Herr Markuse, ARD und „Bild“ haben am vergangenen Freitag eine TV-Spendengala zugunsten der Hochwasseropfer organisiert. An dem Abend selbst kamen zehn Millionen Euro zusammen, mittlerweile sind über die Hotline fast 24 Millionen Euro gesammelt worden. Wie war denn das genaue Prozedere beim telefonischen Spenden?

Das Prinzip war auch bei dieser Gala das gleiche wie bei der Carreras-Gala für die Krebshilfe. Als Anrufer landen sie in einem Callcenter. Der Telefonist – bei der Gala selbst waren 1700 Mitarbeiter im Einsatz – nimmt ihren n und ihre Kontonummer auf. Wir arbeiten mit drei großen Hilfsorganisationen zusammen: Deutsches Rotes Kreuz, Caritas und Diakonisches Werk. Der Anrufer entscheidet, auf welches der drei Konten dieSpende überwiesen wird, und gibt die Spendenzusage – die Gelder fließen also nicht auf ein Konto der ARD. Wir haben diese Hotline geschaltet, um die Spenden messen zu können. Es wird dann eine Lastschrift erstellt, und ab nächster Woche dann wird die Spende von dem Konto eingezogen. Unserer Erfahrung nach widerrufen auch nur ganz wenige Leute ihre Spende, bei einem Lastschriftverfahren kann man das ja. So läuft das Verfahren übrigens auch bei der aktuellen Hotline, die immer noch freigeschaltet ist. Die Nummer steht auf unserer Internetseite. Dort kann man seine Spende auch an kleinere Hilfsorganisationen überweisen.

Wie kam diese Benefiz-Gala überhaupt zustande?

Die Gala ist in einem Hauruck-Verfahren entstanden, das war eine Sache von 24 Stunden. Bis zum Freitagnachmittag wusste ich noch nicht mal, welche Gäste kommen würden. In Burg, von wo wir die Gala gesendet haben, sollte eigentlich der Sachsen-Anhalt-Tag stattfinden, der aber wegen der Flut abgesagt wurde. Dann haben wir uns gesagt: Wir machen eine Spendengala – alle ARD-Sender arbeiten zusammen, wir brauchen noch einen bundesweiten Partner aus dem Printbereich, der mit uns trommelt. Als solchen Medienpartner haben wir die „Bild“-Zeitung gewonnen. Klar war auch: Wir können uns stark machen, für Spenden zu werben, aber Hilfsorganisationen sollen über das Geld entscheiden. Die sind vor Ort. Und da kamen wir auf die drei großen: Deutsches Rotes Kreuz, Caritas und Diakonisches Werk. Denn die haben das Know-how. Es war ein Schnellschuss, diese Gala auf die Beine zu stellen – schnell gestrickt, aber effektiv.

Was passiert jetzt mit dem Geld?

Am Freitag werden wir den Hilfsorganisationen drei Schecks übergeben, symbolische Schecks natürlich. Denn eigentlich übergeben wir ja die Spenderinfos. Mit den Hilfsorganisationen werden wir dann vereinbaren, dass das Geld ausschließlich zweckgebunden denen zukommt, die in Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt betroffen sind. Wir möchten natürlich gerne eine Rückmeldung haben, wo das Geld hinkommt. Wahrscheinlich haben die Organisationen sich schon Gedanken gemacht, wo es am besten hilft, und strecken dort schon Geld für Hilfsmaßnahmen vor. Unsere Aufgabe war es zu koordinieren, und das haben wir gut gemacht.

Die Fragen stellte Annette Schmiede.

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