Zeitung Heute : Schneller per Internet

-

Bei nahezu allen Steuerprogrammen kann inzwischen die fertige Erklärung per Internet ans Finanzamt geschickt werden. Das Schlüsselwort dafür lautet „Elster“, die Abkürzung für ELektronische STeuerERklärung. Immerhin 560000 Formulare seien im vergangenen Jahr bundesweit auf diesem Wege bei den Finanzämtern gelandet, sagt Roland Krebs von der Oberfinanzdirektion München, der das „Elster“Projekt leitet. Im Vergleich zu den Anfängen 1999 mit 27 000 Erklärungen ist das eine beachtliche Zahl. Für das laufende Jahr rechnet Krebs mit einem weiteren Anstieg bis zu einer Million Nutzer.

Gemessen an der Einwohnerzahl des jeweiligen Bundeslandes, sind die Thüringer die aktivsten Nutzer der Online-Steuererklärung, gefolgt von den Bayern und Sachsen. Dass einige Bundesländer ihre Finanzverwaltungen angewiesen haben, „Elster“-Erklärungen vorrangig zu bearbeiten, gebe dem Verfahren einen zusätzlichen Anreiz, sagt Roland Krebs. Steuerexperte Hans-Joachim Vanscheidt findet das aber auch bedenklich: „Der Staat darf seine Bürger in dieser Frage nicht in zwei Klassen einteilen.“ Grundsätzlich sei das „Elster“-Verfahren aber gut.

Noch ist auch die „Elster“-Steuererklärung nicht völlig papierlos. In der Regel muss eine Kurzversion ausgedruckt, unterschrieben und per Post an den Fiskus geschickt werden. Doch auch hier gibt es Pläne, alles elektronisch erledigen zu lassen. Ein Pilotprojekt zur Elektronischen Lohnsteuerkarte startet voraussichtlich im Januar 2004. gms

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!