Zeitung Heute : Schneller Schatten

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Michael Künzel gilt als Deutschlands bester Eisschnellläufer über die Sprintstrecke von 500 Metern. Und trotzdem läuft er im Schatten der weitaus bekannteren Berliner Kufenflitzerinnen Claudia Pechstein und Monique Garbrecht-Enfeldt sowie natürlich Anni Friesinger. Mit den beiden Berlinerinnen trainiert der 28-Jährige sogar zusammen - in der Traininingsgruppe des Erfolgscoaches Joachim Franke. Eigens für diese siebenköpfige Elitetruppe richtete der Verein EHC Eisbären Berlin vor drei Jahren die Abteilung Eisschnelllauf innerhalb der Nachwuchsarbeit ein. Die Eisschnellläufer trainieren im Sportforum Hohenschönhausen, der berühmtesten Berliner Medaillenschmiede.

In Salt Lake City fuhr Michael Künzel in einem weiteren Schatten: dem der übermächtigen Konkurrenz. In seiner Paradedisziplin, den 500 Metern, belegte er den 19. Platz, über 1000 Meter landete er auf dem 24. Rang. Andreas Hobuß, der Geschäftsführer der Eisbären Juniors, ist trotzdem zufrieden: „Vorher war ja schon klar: Die Weltspitze ist einfach besser.“ Eine Medaille hätte niemand von Michael Künzel erwartet. Erst recht nicht, wenn man den zweimonatigen Trainingsrückstand bedenke. Künzel hatte sich eine Adduktorenverletzung zugezogen, an der er lange operierte. Dass der gebürtige Plauener überhaupt noch nach Salt Lake City konnte, war schon ein kleines Wunder. stb

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