Zeitung Heute : Schöner wohnen in Sachsen

Der Freistaat punktet mit hoher Lebensqualität – und mehr als 300 Studiengängen.

Tradition verpflichtet. Im historischen
Tradition verpflichtet. Im historischen

Von wegen Platte. Wer Ostdeutschland noch immer vor allem mit Wohnblöcken aus Beton verbindet, wird spätestens in Sachsen eines Besseren belehrt. Dass es sich im Freistaat gut leben lässt, hat sich längst herumgesprochen: Leipzig gilt als Traumstadt für Altbaufans, Dresden mit seiner quirligen Neustadt als ideale Studentenstadt, Görlitz als kleine Perle ganz im Osten. Sachsen punktet in allen Landesteilen mit hoher Lebensqualität – und das Studienangebot steht der Schönheit der Umgebung in nichts nach: Fünf Universitäten, fünf Kunsthochschulen und fünf Fachhochschulen haben bislang rund 100 000 Studenten angelockt.

Mehr als 300 Studiengänge sind im Freistaat im Angebot – die Bandbreite ist dabei so groß wie die Vielfalt der sächsischen Landschaft. So können Studenten in der Buchstadt Leipzig unter anderem alles rund um die Buchproduktion lernen: Die Hochschule für Grafik und Buchkunst bietet die Studiengänge Malerei und Grafik, Buchkunst und Grafik-Design, Fotografie und Medienkunst an; die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur wiederum bildet im Bachelorstudiengang Buch- und Medienproduktion künftige Verlagsmanager aus.

In Freiberg, der 40 000-Einwohner-Stadt zwischen Dresden und Chemnitz, widmen sich Studenten und Forscher einer anderen langen Tradition des Freistaats: dem Bergbau. In Freiberg befindet sich die älteste montanwissenschaftliche Hochschule der Welt. 1765 wurde in der Erzgebirgsstadt die TU BErgakademie Freiberg gegründet. Heute nennt sich die Hochschule „Ressourcenuniversität“, vier sogenannte Kernfelder bilden das Profil: Geo, Material, Energie und Umwelt.

Zum Studienangebot in Freiberg zählen unter anderem Geologie, Energie- und Ressourcenwirtschaft, Chemie, Photovoltaik und Halbleitertechnik sowie Umwelt-Engineering.

Rund 5500 Studierende sind in Freiberg eingeschrieben. Sie profitieren von niedrigen Lebensunterhaltungskosten – der Zeitschrift Unicum zufolge ist Freiberg die zweitgünstigste deutsche Studentenstadt: 667 Euro pro Monat kostet das Leben dort inklusive Auto und öffentlichen Nahverkehr; ein Zimmer in Freiberg kostet im Durchschnitt 220 Euro.

Etwas höher sind die Mieten inzwischen in Görlitz, der östlichsten Stadt Deutschlands: 254 Euro kostet ein Zimmer im Schnitt. Görlitz hat einen enormen Aufschwung hinter sich. Die 55 000-Einwohner-Stadt, in der sich nicht weniger als 4000 Baudenkmäler finden, wurde in den vergangenen Jahren rundum saniert und gilt heute als Rentnerparadies. Das heißt aber nicht, dass es in Görlitz kein buntes Studentenleben gibt – im Gegenteil: Die Hochschulszene ist international. Hier treffen sich, ebenso wie am zugehörigen Standort Zittau, Studenten aus Deutschland, Polen und Tschechien.

Die Hochschule Zittau/Görlitz stellt sich außerdem den gesellschaftlichen Herausforderungen: Das Masterstudium Management sozialen Wandels etwa beschäftigt sich mit sozialen, ökonomischen, kulturellen, politischen und technologischen Veränderungsprozessen. Und der Master Gerontologie trägt den Herausforderungen des demografischen Wandels Rechnung. Barbara Kerbel

Infos und Kontakt zu allen Hochschulen: www.pack-dein-studium.de

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