SCHOLARS AT RISK : Hilfe für bedrohte Wissenschaftler

Weltweit werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aufgrund ihrer Forschungen und Ideen in ihrer Arbeit eingeschränkt, bedroht und verfolgt. Das Internationale Netzwerk „Scholars at Risk“(SAR) setzt sich für akademische Freiheit und die Menschenrechte von Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Institutionen in aller Welt ein. Zu der Organisation, die 1999 an der US-amerikanischen Columbia University gegründet wurde, gehören heute mehr als 250 Einrichtungen in 30 Ländern.

Eine der Kernaufgaben der Organisation ist es, Wissenschaftler, die in ihrem Heimatland bedroht und verfolgt werden, mit einem Gastaufenthalt an einer der Mitgliedshochschulen des Netzwerks zu unterstützen. Verfolgte erhalten die Chance, eine Zeit lang unabhängig zu forschen.

Die Freie Universität Berlin ist als bisher einzige deutsche Hochschule Mitglied des SAR-Netzwerks, das weltweit mehr als 100 Mitglieder zählt.

Der Präsident der Freien Universität, Professor Peter-André Alt, erklärte, die Mitgliedschaft in dieser wichtigen Organisation entspreche „unserem historisch gewachsenen Selbstverständnis als einer in Zeiten des Kalten Kriegs gegründeten, für die Wissenschaftsfreiheit eintretenden Universität. Und sie unterstreicht, dass Internationalität für uns Verpflichtung zur Sicherung dieser Freiheit ist.“

Im Rahmen eines Workshops an der Freien Universität diskutierten Ende März Vertreter von Universitäten aus einem Dutzend europäischer Länder mit bedrohten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Repräsentanten von SAR und anderen Hilfsorganisationen über das Thema „Akademische Freiheit“.

Die Delegierten einiger deutscher Universitäten, darunter Göttingen, Köln und die Humboldt-Universität zu Berlin, erklärten im Anschluss ihre Absicht, ebenfalls dem SAR-Netzwerk beizutreten, mit dem Ziel, ein eigenes SAR-Chapter in Deutschland zu gründen.Die iranische Anglistin Neda Soltani ist die erste von der Freien Universität unterstützte Stipendiatin; als bedrohte Wissenschaftlerin genießt sie Gastrecht an der Freien Universität und erhält dort ein Stipendium für ihre Promotion.

Im Internet:

www.fu-berlin.de/inu/ international/risk

http://scholarsatrisk. nyu.edu

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben