Schriftsteller zu Gast in der American Academy : Inspiration für Autoren

Literatur hat schon immer eine zentrale Rolle im künstlerischen Profil der American Academy gespielt. Neben Rivka Galchen, die hier zu Wort kommt, werden zwei weitere begabte Belletristen das kommende Herbstsemester an der Academy verbringen: Han Ong und John Wray.

Foto: Annette Hornischer

Literatur hat schon immer eine zentrale Rolle im künstlerischen Profil der American Academy gespielt. Neben Rivka Galchen, die hier zu Wort kommt, werden zwei weitere begabte Belletristen das kommende Herbstsemester an der Academy verbringen: Han Ong und John Wray.

John Wrays erster Roman, The „Right Hand of Sleep“ (2001) dt: Die rechte Hand des Schlafes], hat 2001 den Whiting-Preis für Belletristik gewonnen. Ihm folgten „Canaan's Tongue“ (2005) und „Lowboy“ (2008) dt: Retter der Welt], in dem die Geschichte des 16-jährigen William Heller erzählt wird, der an paranoider Schizophrenie leidet und gerade aus einer psychiatrischen Anstalt geflohen ist. Die Literaturbeilage Book Review der New York Times lobte das Buch als „sorgfältig konstruierten Roman, dessen Handlung mit perfektem, präzisen Tempo überzeugt“. Die Literaturzeitschrift Granta kürte Wray 2007 zu einem der besten US-Belletristen unter 35 Jahren. Sein Aufenthalt an der American Academy in Berlin gibt Wray die Möglichkeit an seinem neuesten Roman, „The Lost Time Accidents“, weiterzuarbeiten. Der Roman begleitet eine Großfamilie über vier Generationen von 1890 bis in die Gegenwart.

Der Schriftsteller und Dramatiker Han Ong hat bisher zwei Romane vorgelegt: „Fixer Chao“ (2001), von der Los Angeles Times zum besten Buch des Jahres gewählt, und „The Disinherited“ (2004), das für den Lambda Book Award nominiert war. Zu Ongs mehr als drei Dutzend Theaterstücken gehören „The L.A. Plays“ (1990),„The Chang Fragments“ (1996), „Middle Finger“ (1997) und „The Suitcase Trilogy“ (1992-97). Er wurde als Kind chinesischer Eltern in den Philippinen geboren, wanderte in der Jugend mit seiner Familie in die USA aus und erhielt später neben anderen Preisen als jüngster Stipendiat seit Bestehen der Stiftung den hochangesehenen MacArthur Fellowship. Während seiner Zeit an der Academy wird Ong an seinem dritten Roman arbeiten, einer Reihe verwobener Kurzgeschichten, die unter anderem Wesen und Rätsel der Philanthropie erforschen.

Der renommierte Literaturkritiker James Wood, Redakteur beim Magazin New Yorker und Harvard-Professor für Literaturkritik, wird ebenfalls im Herbstsemester an der Academy sein. Wood, dessen aktuellstes Werk „How Fiction Works“ (2008) ist, hat bereits mit der Arbeit an „The Modern Novel and the New Atheism“ begonnen, einer breitangelegten Untersuchung der streitbehafteten Beziehung zu Gott im Roman der Moderne.

Literary Life at the American Academy in Berlin

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