Zeitung Heute : Schulen müssen Klassen 1 und 2 nicht mischen

Zöllner lockert Regel Sprachkurse ausgedehnt

Berlin - Grundschulen in Berlin sollen nicht mehr gezwungen werden, die ersten beiden Klassen zu mischen. Das Jahrgangsübergreifende Lernen (JüL) bleibe zwar „Regelform“, allerdings könnten Schulen davon „unter bestimmten Bedingungen abweichen“, stellte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) am Freitag in Aussicht. Dieser Vorschlag könne allerdings aus organisatorischen Gründen nicht vor dem Schuljahr 2013/14 umgesetzt werden, sagte er dem Tagesspiegel.

Die Neuregelung ist Teil der von Zöllner als Qualitätsoffensive bezeichneten Maßnahmen, mit der er die Sprachförderung an Kitas und Schulen verbessern will. Weitere Vorschläge zielen auf verschärfte Kontrollen und Sanktionen, falls sich Familien dem vorschulischen Spracherwerb entziehen wollen. So sollen Bußgelder fällig werden, wenn Kinder ein Jahr vor der Einschulung nicht am Sprachtest teilnehmen oder wenn die Eltern sie trotz Förderbedarfs nicht zum verpflichtenden Kita-Sprachkurs schicken. Dieser Sprachkurs wird zudem von drei auf fünf Stunden pro Tag ausgedehnt. Zusätzlich lässt Zöllner prüfen, ob der Pflichtsprachkurs von einem Jahr auf 18 oder 24 Monate ausgedehnt werden kann. Dies hänge davon ab, ob es für so kleine Kinder entsprechende Sprachfeststellungstests gebe. Mit der Streichung staatlicher Leistungen wie Kindergeld droht der Senator, falls Vorschulkinder im Ausland leben und deshalb dem Kurs fernbleiben.

Landeselternausschuss, CDU und FDP begrüßten den größeren Handlungsspielraum der Schulen. CDU und Grüne nannten die Verlängerung des Sprachkurses auf fünf Stunden richtig, allerdings müsse es dafür mehr Personal geben. Hintergrund der Maßnahmen ist das schlechte Abschneiden der Berliner Schüler bei bundesweiten Tests. Susanne Vieth-Entus

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