Zeitung Heute : Schulsenator fürchtet neues Halbjahr nicht

Berlin - Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) hat vor Beginn des neuen Schulhalbjahres das neue Anmeldeverfahren verteidigt. Zwar gebe es an der einen oder anderen Stelle noch Probleme. Das neue Verfahren sei aber „transparent und wesentlich gerechter als vorher“, sagte er dem Tagesspiegel. Der Landeselternausschuss befürchtet dagegen eine Klagewelle. Sozialquoten lehnte Zöllner ab. Sie seien „ dirigistische Maßnahmen“ und letzten Endes kontraproduktiv. Der Schulexperte der Berliner Grünen, Özcan Mutlu, bezweifelte dagegen, dass es mit den neuen Regelungen eine Rechtssicherheit geben werde. Eltern, die sich mit ihren Rechten auskennen würden, könnten sich besser durchsetzen, als jene, die in diesen Fragen weniger Wissen und Erfahrungen hätten. „Letztlich werden durch diese Regelungen Eltern aus bildungsfernen Kreisen eingeschränkt“, sagte Mutlu.

Den neuen Aufnahmekriterien zufolge wählen die Schulen 60 Prozent der Schüler selbst aus, 30 Prozent der Plätze werden verlost und zehn Prozent gehen an Härtefälle. Besonders folgenreich: Das Wohnortprinzip wurde abgeschafft, wonach ein kurzer Weg zur Schule ausschlaggebend für die Platzvergabe war. Stark nachgefragte, vermeintlich gute Schulen befürchten deswegen nun einen Bewerberansturm aus der ganzen Stadt. Zahlreiche erfolgreiche Klagen könnten zudem zu deutlich größeren Klassen führen.

Zum zuletzt berlinweit beklagten Lehrermangel erklärte Zöllner: „Das ist natürlich ein wunder Punkt.“ Allerdings gebe es insgesamt nicht zu wenige Lehrer, sondern die Pädagogen seien ungleich auf die Schulen der Stadt verteilt.hah

Seiten 9 und 10

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