Zeitung Heute : Schutz für Chips

Die Dioden von SeCos und IDM bewahren Handys und Notebooks vor elektrostatischen Entladungen

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Mit dem kombinierten Wissen von Chemikern und Physikern haben die SeCoS Halbleitertechnologie GmbH und das Institut für Dünnschichttechnologie und Mikrosensorik e.V. (IDM) die Herstellung von HalbleiterChips deutlich verbessert. Die SeCoS Halbleitertechnologie GmbH in Stahnsdorf ist ein Mikrochip-Produzent für den internationalen Markt. Unter anderem produziert sie Schutzdioden-Chips für Handys, Laptops und MP3-Player, die die Geräte gegen elektrostatische Entladungen schützen. Für ihre vorwiegend US-amerikanischen und chinesischen Kunden sollte SeCos eine preisgünstige und praktikable Methode entwickeln, mit der die Dioden mit einem Schutzlack versehen werden können, der die sensiblen Bereiche schützt und dennoch Lötstellen frei lässt, um sie auf den Platinen der Geräte befestigen zu können.

„Diese Aufgabe war nicht ganz einfach“, meint SeCoS-Geschäftsführer Klaus Günther. Der Lack musste mehrere Eigenschaften aufweisen, die nur schwer unter einen Hut zu bringen sind: Er musste bis zu 500 Grad Celsius temperaturresistent sein, damit er durch den Lötprozess nicht schmilzt. Er musste lichtempfindlich sein, damit die Freistellen für das Lot herausgelöst werden können. Und er musste leicht zu verarbeiten sein, damit eine einheitliche Beschichtungsqualität erzielt wird. Darüber hinaus musste der Lack auf verschiedenen Oberflächen haften und durfte beim Zerschneiden nicht beschädigt werden.

Klaus Günther wandte sich an Burkhard Schulz, den Leiter des Instituts für Dünnschichttechnologie und Mikrosensorik e. V. (IDM) um in Kooperation mit dem privaten chemischen Forschungslabor einen Lack auf Photopolymer-Basis zu entwickeln. Das Institut – eine Ausgründung der Uni Potsdam – versteht sich als Forschungsabteilung für kleine und mittelständische Firmen, die sich eigene Labors nicht leisten können. „Eine reizvolle Aufgabe für einen Chemiker“, meinte Schulz. Nach zweijähriger Forschungsarbeit hatte das Institut den Lack so weit optimiert, dass er den Anforderungen gerecht wurde. olk

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