Zeitung Heute : Schweden – Paraguay 1 : 0

Olympiastadion Berlin, 15. Juni 2006, 72 000 Zuschauer

Philipp Köster

Es ist 19.45 Uhr, und am Theodor-Heuss-Platz geht nichts mehr. Polizisten sperren die Straßen, Autofahrer hupen entnervt, Passanten bleiben stehen. Die Schweden sind da. Zehntausende Schweden. Sie alle tragen gelbe Trikots und blaue Wikingerhelme aus Plüsch, halten Bierflaschen in die Höhe und singen ihr Loblied auf Sverige. Der letzte Schrei sind deutschsprachige Plakate. „Eins, zwei, drei, krossa Paraguay!“ und: „Alle heißen Glenn!“ Glaubt man jedoch den Trikots, heißen alle Ljungberg oder Larsson, eine junge Frau heißt Zlatan. Sie brüllen sich im Olympiastadion die Seele aus dem Leib, die kleine Abordnung aus Paraguay resigniert bald. Lohnt nicht zu schreien, man versteht sein eigenes Wort kaum. Sverige, Sverige! Bis zur 89. Minute warten Glenn und die anderen, dann ersäuft das Olympiastadion in gelb-blauer Begeisterung, die Mannschaft dreht nach dem Schlusspfiff eine Ehrenrunde, Schweden ist gefühlter Weltmeister.

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