Zeitung Heute : Schweriner See, ade!

Der Tagesspiegel

Am wärmsten Wintertag war mein Team am Bahnhof Zoo kein bisschen preiswürdig. Aus dem Regionalexpress nach Schwerin steigen viele Hertha-Fans aus und ebenso viele Reisende wollen rein. Ich renne vor zur nächsten Tür, in der eine Zugbegleiterin steht. Sie guckt mir kurz in die Augen, hebt ihre Kelle und die Tür schnappt zu. Klopfen und Winken helfen nichts, der Zug fährt ab. Schweriner See adé. Ich rase zum Aufsichtshäuschen: „Ihre dämlichen Kollegen haben mir den Ausflug verdorben.“ Der Servicemensch tadelt meine Ausdrucksweise und sagt: „Sie waren zu spät.“ Wie bitte? „Erstens“, bringe ich hervor, „stimmt das nicht, und zweitens ist es Ihre Aufgabe, mich als zu Recht empörte Bahnkundin zu beruhigen, anstatt mich fälschlich zu beschuldigen.“ Schön, dass der Bahnservice diese Lektion so schnell gelernt hat und gestern schon einen Preis dafür bekam. -ry

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