SCIENCE FICTION „Das blaue Meer“ : Angriff der Kampfkekse

Sandra Luzina

Zu Beginn der neuen Spielzeit beamt uns die Crew vom Ballhaus Ost in die ferne Zukunft – oder vielmehr: zurück in die Zone! Wir schreiben das Jahr 22 976. Und da ist die allgemeine Lage auf dem blauen Planeten kein bisschen besser geworden. Das Imperium hat für seine Bewohner Zonen eingerichtet, in denen jeder für sich alleine lebt. Seine Zone zu verlassen, ist strengstens verboten. Damit nicht genug: Die Menschen müssen regelmäßig Gehirnreinigungsmittel nehmen. Zudem ist ihre Synapsentätigkeit per Blaulichtsystem an einen Zentralcomputer angeschlossen. Wünsche werden gelesen und sofort erfüllt oder einfach ausradiert. Die Produktion „Das blaue Meer“ entwirft in der Nachfolge von Orwells „1984“ eine negative Utopie. Beschrieben wird ein totalitärer Überwachungsstaat: alle Zonis sind in ihrem Denken und Fühlen gleichgeschaltet.

Aber auch hier gibt es tapfere Partisanen, die gegen das Imperium und die fiese Matrix aufbegehren. Sie wollen eigene Wünsche haben dürfen, selbst wenn diese sich gar nicht erfüllen. Sie wollen vor allem lieben dürfen. Regie bei dieser Science-Fiction-Extravaganza führt Cristin König, die man vor allem als Schauspielerin von der Schaubühne kennt. Sie hat ein beachtliches Kampfkeks-Geschwader um sich geschart. Die großartige Anne Tismer als verwegenes Space-Cowgirl zieht mal wieder aus, um Gutes zu tun. Kein Wunder, dass da bald alle Programme durcheinandergeraten. Und auch der tolle Robert Hunger-Bühler mischt sich per Video in das intergalaktische Geschehen ein. Sandra Luzina

Ballhaus Ost, Do 4.9., 20 Uhr (Premiere), Fr 5.9., Fr 12.9., Sa 13.9., 20 Uhr, 13 €, erm. 8 €

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